Die seltsamen Blüten einer Anfrage zu einem Gastbeitrag

Oder: von der Wertigkeit von Gastbeiträgen auf Blogs wie dem Meinem

Ende Juni erreichte mich eine Email mit der Anfrage, hier einen Gastbeitrag veröffentlichen zu können.
Diese Anfrage kam von einem Dienstleister aus dem Bereich: „Lass Deine Bilder online von uns drucken.“

Nein, es handelte sich dabei nicht um eine der Onlinedruckereien, die ich bis dato schon getestet habe.

Gastbeitrag - blog.lichttraeumer.de

Der Artikel sollte von „Bewegungsfotografie und scharfen Bildern“ handeln.
Der Anbieter hinter der Anfrage passte zu meiner Zielgruppe. So nahm ich die Anfrage zu einem Gastbeitrag, mit dem expliziten Hinweis auf meine Richtlinen, gerne an.

Einige Tage später lag der Gastbeitrag als Word-Dokument auch schon im Email-Postfach.
Kurzum: der Artikel war mir fachlich zu flach, ein wenig zu werblich; ein zum Text passendes Bild, als auch die Autorenvorstellung fehlten gänzlich. So hatte ich um Nachbesserung gebeten, die auch prompt erfolgte.

Schön dachte ich, stelle ich den Gastbeitrag gleich nach meinem Urlaub (das wäre also heute gewesen) online.
Weit gefehlt, erhielt ich doch einige Tage später wiederum eine Email der Autorin.

Wörtlicher Inhalt der Email:

Hallo Herr Wolfert,

ich befürchte wir kommen mit dem Artikel nicht überein.
Da mir die Erstellung Mühe und Zeit gekostet hat, werde ich Ihn für unseren internen Bereich verwenden.
Deshalb bitte ich Sie (zwecks doppelten Kontent) ihn nicht einzustellen.

Auch nach mehrmaligen Lesen der Email und vor allem der Begründung darin musste ich mich kneifen. Ja, ich war immer noch im richtigen Film.
WTF dachte ich, was bilden sich manche Leute ein wer oder was sie sind!

Um eines klarzustellen: jeder Gastautor hat natürlich das Recht seinen Gastbeitrag zurückzuziehen.
Aber eine Begründung nach dem Motto: „Hey, ich hatte soo viel Mühe mit dem Gastartikel. Dein Blog ist es mir leider nicht wert diesen tollen und wertigen Beitrag zu veröffentlichen. Der ist besser auf meiner (internen ?) Webseite aufgehoben“

So eine Begründung ist einfach nur unverschämt und ein Schlag ins Gesicht für jeden Blogger der Gastbeiträge anbietet.
Auch wenn – das möchte ich der Autorin immerhin zugutehalten – die Begründung vielleicht ehrlich gemeint war.

Mein Fazit: nicht jede(r) Gastautor(in) hat den Wert eines unabhängigen Blogs und eines „Follow“ Backlinks bei Google wirklich verinnerlicht. Auch wenn der Blog ein kleinerer, wie der Meine ist.
Und, vielleicht sollte man sich vor dem Zurückziehen eines Gastbeitrages ein klein wenig Zeit nehmen, sich zurücklehnen, seine Gedanken sammeln und dann eine Email schreiben.
Besser: das Wissen über die Wertigkeit der eigenen Webseite im Vergleich zu einem uniquen Gastbeitrag auf einem unabhängigen Blog soll da echt hilfreich sein.

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