Auszug aus einem Feriendomizil – Einzug in fast schon vergessene Kindheitserinnerungen

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Präambel: Ich möchte mit dieser öffentlichen Kritik weder Fewo-Direkt.de noch die Vermieter unserer ersten Ferienunterkunft an den Pranger stellen, schlecht machen oder jemandem „eins reinwürgen“. Sehr wohl möchte ich auf Missstände hinweisen, um damit zu helfen diese abzustellen oder mindestens zu verbessern. Meine Bewertung für dieses Objekt auf der Fewo-Direkt-Webseite wird vom Inhalt und der Wortwahl diesem Blogpost recht ähnlich sein. Dort werde ich lediglich Zwei von Fünf möglichen Sterne für diese Unterkunft vergeben.

Seit über 14 Jahren fahren wir nun schon nach Nordfrankreich um dort unseren Sommerurlaub zu verbringen. In all diese Jahren hatten wir Ferienhäuser in unterschiedlichen Lagen, Preis- und Ausstattungsklassen gemietet: kein Objekt war jedoch so schlecht wie unsere Wahl in diesem Jahr.

Dabei war die Beschreibung und auch die Bilder des „Fischerhauses nur wenige Meter vom Meer entfernt“ auf der Internetplattform Fewo-Direkt.de gar nicht so schlecht. Im Nachhinein war jedoch viel „interessanter“, was dort nicht beschrieben und auch nicht gezeigt wurde:

  • Die Entfernung zu einem gut befahrenen Kreisverkehr war leider noch näher als das Meer
  • Der Abstand zu einer der dort abzweigenden Straßen war noch näher und führte quasi direkt durch die offene Wohnküche und das zweite Schlafzimmer
  • Der überdachte Freisitz im Hof war im Prinzip gut gedacht. Leider jedoch auch für eine längerfristige „Speicherung der Abgase“ der direkt vorbeifahrenden Autos, der Zweitakt-Mopeds oder des Grillrauches
  • Auch in unmittelbarer Nähe, also näher wie das Meer :), befand sich auch eine Abends gut belebte Bar „Café Martin“ mit belgischem Bier. Dem abendlichen Publikum nach eine Art Szene-Kneipe
  • Der Spiegel im Bad war nur für Menschen bis zu einer Körpergröße von maimal 1,60 m sinnvoll zu nutzen und manche Fugen haben schon deutlich besser Zeiten gesehen
  • Die laut der Kommentare zu dem Objekt „gut ausgestattete“ Küche kam über Camping-Niveau leider nicht hinaus.
  • Ganz generell können wir die guten Bewertungen dieses Objektes in keinster Weise nachvollziehen
  • Mit dem der Dunstabzugshaube anklebenden Fett- und Eiweißresten hätten wir sicherlich ein Drei-Gänge-Menü zaubern können


Fazit: Das diesjährig gebuchte Objekt liegt mit 1.800 Euro preislich, für drei Wochen Mietdauer, auf Platz zwei aller von uns in den letzten Jahren gebuchten Ferienhäuser. Dabei kann es bei keinesfalls mit den anderen Ferienhäusern mithalten, weder mit derAusstattung, der Sauberkeit oder der Lage. Das „zweite Schlafzimmer“ liegt direkt an der Straße, das Fenster auf Gehweg-Niveau, so dass ein Lüften eher Abgase und Lärm als frische Luft hereinlässt.
Daher ist das Objekt unserer Meinung nach keinesfalls zu empfehlen.

An dieser Stelle muss ich, neben all der Kritik, auch ein Lob an den Chat und die daraus resultierende Hilfestellung von Fewo-Direkt.de aussprechen.

Schlussendlich sind wir nach 10 von 21 Urlaubstagen in ein Mobile-Home auf einem nahegelegenen vier Sterne Campingplatz umgezogen. Dieses Mobile-Home war generell besser ausgestattet, viel günstiger, auch nur „50 Meter vom Meer entfernt“ und war vor allem wesentlich säuberer.

Von fast schon vergessenen Kindheitserinnerungen

Ferien auf dem Campingplatz. Das war die Art den Sommerurlaub zu verbringen, die ich zwischen meinem siebten Lebensjahr bis in meine späte Teeniezeit kannte.
Das war Freiheit pur, in einer ungezwungenen Umgebung am puren Busen der Natur. Zusammen mit meinen Eltern durfte ich Südfrankreich, Nordfrankreich, die italienische Adria, den Nord-Osten Spaniens und Österreich (Weißensee See) entweder mit dem Zelt oder mit dem Wohnwagen bereisen.

Dabei ist der erste Camping-Urlaub im Jahre 1971 bei Saint-Tropez am nachhaltigsten in meinen Erinnerungen verankert. Damals war ich noch nie sehr weit über die Stadtgrenzen von Karlsruhe hinausgekommen. Dann gleich mit einem einfachen Zelt über 800 Kilometer mit einem „VW 1600“ mit Dachträger  ans Mittelmeer zu fahren, das war schon ein echtes Abenteuer:

  • die Rhonetal-Autobahn war gerade in Bau
  • der Campingplatz in Saint-Tropez war sehr einfach
  • ich habe zum ersten mal einen Menschen wegen eines Gewitterregens auf seiner Luftmatratze aus dem Zelt schwimmen sehen
  • das Mittelmeer war einfach nur geil und ich mutierte dort zur Wasserratte
  • wir Kinder auf dem Zeltplatz waren den ganzen Tag draussen. Auch wenn wir den Anderen nicht verstanden haben, hatten wir sehr viel Spaß zusammen
  • ich durfte zum erstmal die Folgen übermäßigen Genusses von Salzwasser „erfahren“
  • das erste französische  Weißbrot in Ramatuelle aus einer kleinen Bäckerei neben der uralten Ulme am Place de l’Ormeau … weltklasse
  • der „Eismann“ kam  jeden Morgen zum Campingplatz und wir kauften eine halbe Stange Eis um die Kühltaschen damit zu befüllen

Ja, der diesjährige Urlaub auf dem 4 Sterne Campingplatz im Mobile Home ist keinesfalls mit den damaligen einfachen Umständen zu vergleichen. „Glamping“ nennt man das neudeutsch.

Wir haben das „Glamping“ auf jeden Fall sehr genossen und wir werden diese Art Urlaub zukünftig öfter machen.

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