Blaue Vier – Pleubian Langzeitbelichtung bei Ebbe

Langzeitbelichtung bei Ebbe – ein unfreiwilliges Experiment

Präambel: mit der Namensgebung dieses Blogposts möchte ich mich nicht in einem Atemzug mit  den „Blauen Vier“ nennen.
Die Idee meiner Namensgebung bezieht sich lediglich auf die Anzahl der Bilder und die dominierende Farbe derselben.

Für Langzeitbelichtungen am Meer braucht es das richtige Wetter zur richtigen Zeit.
Also Wind, Felsen, ein hoher Gezeitenstand und Wolken am Himmel.
Irgendwie scheint es, diese Kombination sei mir auch in diesem Jahr nicht vergönnt; auch nicht im äussersten Nordwesten der Bretagne.

Sonnenschein und blauer Himmel, Windstille und plätschernde Wellen sind im Urlaub ja wirklich toll, tragen sie doch zu einer gesunden Gesichtsfarbe bei; nur leider rein gar nichts um „die Langzeitbelichtungen“ zu fotografieren, die ich mir vorstelle.
Aus der Not habe ich also versucht eine Tugend zu machen.

Meine Voraussetzungen:

  • 100% blauer Himmel
  • untergehende Sonne (ca. 20:30 Uhr)
  • Felsen
  • Ebbe
  • Wissen um die spezielle Bildtemperatur meiner Langzeitbelichtungen

Warum sich also nicht auf ein Experiment einlassen?

Langzeitbelichtung bei Ebbe – ein Experiment

Gesagt getan. Nach einem wieder mal sehr sonnigen Tag war der Strand, einige Meter vom Ferienhaus entfernt, das Ziel.
Die Ebbe hatte vor einigen Minuten eingesetzt, so dass ein wenig Eile geboten war mehrere Langzeitbelichtungen auf die Speicherkarte zu bannen; zeigt sich die Ebbe hier in der Bretagne so, als ob der Ablauf einer Badewanne geöffnet wird.

Die hier zu sehende „Blaue Vier“ ist zwischen 20:10 und 20:40 mit dem Ziel entstanden, das Licht der untergehenden Sonne in Kombination mit dem wolkenlosen, blauen Himmel und der kalten Bildtemperatur meiner Langzeitbelichtungen einzufangen.

Folgende fotografische Hardware kam dabei zum Einsatz:

  • Nikon D800
  • Nikon 16-35 F/4
  • Lee Big Stopper (10 Blendenstufen)
  • Lee Little Stopper (6 Blendenstufen)
  • Lee Verlaufsfilter
  • Stativ, Fernauslöser und Handy

Die Bilder, die mit dieser Kombination entstehen haben immer einen leichten „Blaustich“, also eine eher kühle Bildtemperatur (ca. 5050 K).
Genau, ich könnte den Weißabgleich der Nikon D800 dahingehend einstellen; zugegebenermaßen bequeme ich dazu immer Lightroom während meines Post-Prozeßes.
Durch den Einsatz der beiden Lee Stopper und des Verlaufsfilters ergab sich eine rechnerische Belichtungszeit der Bilder von jeweils gut Acht Minuten bei Blende 11 und ISO 200. Zeit genug also, um die Bewegung des Wassers beim Ablaufen „festzuhalten“, und um mehrere Bilder machen zu können, ehe die Ebbe ihren Höchststand erreicht hatte.

Die im folgenden entstandenen „Blauen Vier“ sind sehr moderat in Lightroom nachbearbeitet:

  • Klarheit hochziehen
  • Weiß vestärken
  • Schwarz verstärken
  • Objektivkorrektur
  • Sensor und Filterflecken entfernen

Genug der Worte, nun das Ergebnis.

Mein Fazit: auch wenn der eigentliche Effekt einer Langzeitbelichtung am Meer nicht erreicht wurde, nicht erreicht werden konnte, so finde ich die Stimmung und auch das leuchtende Blau in den Bildern irgendwie doch recht gut gelungen..

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