Landsberg, eine Reise in die Vergangenheit

Da ich vom 21.01. bis zum 23.01.2013 beruflich in München war, habe ich -as usual- einen guten Teil des Wochenendes vorher hier in der Umgebung von München verbracht, und mir das Ein- oder Andere angesehen.

Aus meiner Historie heraus habe ich vor einem Vierteljahrhundert, 18 Monate lang bei der Bundeswehr in Landsberg am Lech in der Saarburgkaseren beim FKG 1  verbracht. So lag es also nahe, auf dem Weg nach München, den kleinen Umweg über Landsberg zu machen.

Aber der Reihe nach.
Zuerst musste die Autobahn von Ettlingen nach Landsberg bezwungen werden. „Damals“ war das der echte Albtraum.
Heuer ist die Autobahn, bis auf die Geißlinger Steige ja echt gut ausgebaut. So war also die Baustelle bei Pforzheim schnell durchfahren, und der Tempomat bei gemütlichen 150 Stundenkilometer eingehängt.

Läuft ja gut dachte ich.
Pustekuchen, kurz vor der Geißlinger Steige kam ich unfreiwillig zum Halten: Stau.

Rote Ampel vor dem Tunnel

Rote Ampel vor dem Tunnel

Der Grund war ein gesperrter Tunnel … rote Ampel.
Nach ca. 10 Minuten des Wartens schoss ein Krankenwagen auf der Seitenlinie an mir vorbei.
Nach weiteren 5 Minuten schalteten die Ampeln auf Orange und man durfte mit 60 km/h weiterfahren, jedoch von einem Unfall keine Spur.

Wie auch immer, ich habe mich entschieden die neue Autobahn, die A96 zwischen der A7 und Landsberg zu testen, um nicht weiter über die A8 über Augsburg / Günzburg fahren zu müssen.

Um die Kaffezeit kam ich denn im verschneiten Landsberg am Lech an.
Ich wusste ja, dass meine damalige Einheit schon vor Jahren aufgelöst, und die Kaserne zwischenzeilich u.a. als Flüchtlingslager benutzt wurde.
So war ich also gespannt, was mich erwarten würde.

Wie auch in vielen anderen Gemeinden üblich, hat man die Kaserne zu einem sehr schönen Wohngebiet umgebaut. Die ehemaligen Truppengebäude wurden saniert und in Wohngebäude umgebaut.
Der Platz auf dem wir jeden Morgen antreten mussten ist nun ein Kinderspielplatz. Die ehemalige Kantine ist nun eine Schule. So ändern sich die Zeiten.
Noch im Original erhalten ist ein ca. 30 Meter langer Abschnitt im Südosten des ehemaligen Kasernengeländes.
Dort findet sich  immer noch der alten Zaun mit der Laterne, unter der ich damals beim Wache schieben / Streife gehen oftmals ein kleines Päuschen gemach hatte.

Da die Erinnerungen an die Zeit in Landsberg gemischt sind, habe ich mich nach eine Stunde des Verweilens in Richtung Landsberger Innenstadt aufgemacht.

Ich hatte Landsbeg als sehr schöne Stadt in Erinnerung, vor allem das Wasserwehr mit der Brücke in Richtung Innenstadt und dem Panorama der mittelalterlichen Häuser war mir noch in guter Erinnerung.

Auch in sehr guter Erinnerung hatte ich den Marktplatz von Landsberg mit viel Kopfsteinpflaster, einem Brunnen, umringt von mittelalterlichen Häusern.
Dann der Schock: hier herrschen aktuell Karlsruher Verhältnisse. OK dachte ich, die bauen hier sicher keine Ustrab, aber trotzdem bietet der Marktplatz von Landsberg aktuell einen jämmerlichen Ausblick: kein Stein steht mehr auf dem anderen, nur Bagger, Kräne und Bauzäune; kein gutes Fotomotiv.

So machte ich mich auf den Weg zum Junggfernsprung um der Baustelle zu entgehen und mir wieder einige Eindrücke von damals in Erinnerung zu rufen.

So, genug getextet … mögen ein paar Bilder sprechen …

Nach einer guten Stunde habe ich mich denn auf den Weg nach München ins Hotel aufgemacht und gegen 18:00 dieses auch bezogen.
Da sich nun langsam ein flaues Gefühl in der Magengegend auftat, führte mich der Weg in die Innenstadt von München.
Eher aus Interesse heraus wagte ich einen Blick ins Münchner Hofbräuhaus, um eine Minute später zu entscheiden, meine EssensEuronen dort nicht liegen zu lassen, da zu laut, zu voll und nicht wirklich gemütlich. Ich habe keine Ahnung was Menschen dazu antreibt dort für teuer Geld Essen zu gehen.

So führte mich der Weg in eine Seitengasse neben dem Hofbräuhaus, zur „Spezl Wirtschaft“. Ein sehr nettes „anderes“ Lokal; ich glaube man tut dem Spezl sicher Unrecht, wenn man ihn profan als Studentenkneipe bezeichnet. Aber vom Ambiente her erninnert er doch sehr an die Studentenkneipen in Heidelberg oder Freiburg.

Das Wiener Schnitzel dort ist im Übrigen sehr zu empfehlen, an die Preise in München muss man sich als „Preusse“ aus der baden-württembergischen Provinz jedoch erst gewöhnen. Dazu ein Hofbräu Dunkel vom Faß, sehr lecker.