Fotobuch Produkttest von Albelli | Teil 1 | Software-Usability

Ich habe einen Gutschein für den Druck des Fotobuches erhalten.

Aufgrund einer Anfrage seitens des Fotobuchmagazines, teste ich an dieser Stelle  ein Fotobuch des Herstellers Albelli.

Für diesen Test habe ich mich für ein „Fotobuch Querformat Large“,  28 x 21 cm, Fotoeinband und einer „Premium Flachbindung“ entschieden.
Inhaltlich wollte ich  kein Panoramabild-Fotobuch erstellen, so dass ich mich für Bilder aus meinem aktuellen 365 Tage Fotoprojekt entschieden habe.

Gerne hätte ich eigentlich das „Fotobuch Querformat Extra Large“ getestet, dort ist aber leider die Option „Premium Flachbindung“ laut Support von Albelli nicht verfügbar.
Einen Grund dafür habe ich in meiner Kontaktanfrage leider nicht erfahren, auch die Albelli Webseite schweigt sich darüber aus.
Aber vielleicht bekomme ich ja nach der Onlinestellung dieses Tests eine Antwort :-)

Über die Webseite von Albelli kann man sich einfach und schnell die Software zur Gestaltung von Fotobüchern herunterladen.
Aufgefallen ist mir, dass  Albelli – im Vergleich zu Whitewall oder Saal-Digital – keine weitere Möglichkeit anbietet ein Fotobuch zu gestalten / hochzuladen.
Whitewall bietet an dieser Stelle z.B. die Möglichkeit an, das Fotobuch online zu gestalten (sicherlich in Ermangelung einer Mac – kompatiblen Software), bei Saal-Digital kann man auch per Direktupload InDesign- oder Photoshopdateien hochladen.

Nach dem Download einer gut 6 Megabyte großen Installationsdatei , die übrigens auch auf einen Mac läuft, und dem ersten Start der Software vergeht nicht wirklich viel Zeit.

Richtig erschrocken bin ich jedoch nach dem Start der Albelli Fotobuchsoftware.
Mit den vielen bunten Buttons, in der sonst übersichtlich gestalteten Navigation am oberen linken Rand, kann man ja meiner Meinung nach noch leben, aber der Holzhintergrund im Hauptfenster gibt dem Ganzen einen „Retro Touch“.
Ich finde Retro gut, dann muss Retro aber auch wirklich gut gemacht sein.

Da man sich über Optik und Aussehen von Software Bedienoberflächen streiten kann, gehen wir fix zur Usability über.

Hat man sich einige Minuten in die Funktionsweise der Oberfläche eingearbeitet, ist diese sehr gut, und auch einfach zu bedienen.
Da jede Fotobuchsoftware anders „tickt“, ist diese Eingewöhnungszeit jedoch normal.

Auf den ersten Blick fehlt mir, im Vergleich zur Fotobuchsoftware von Saal-Digital, die Möglichkeit Hilfslinen zum Ausrichten der Bilder und Texte zur Verfügung zu haben.
Die Albelli Software arbeitet an dieser Stelle mit einem feinen Raster, an dem man Bilder und Texte mittels der Maus, aber auch mit der Tastatur, zielgenau ausrichten kann.
Hat man nach einigem Hin- und Herschieben „sein“ Layout gefunden, kann man dieses auch unter „Seite > Aktuelles Layout speichern“ in „Eigene Layouts“ speichern.
Grundsätzlich finde ich das eine gute Idee. Leider bietet einem die Software keine Möglichkeit diese eigenen Layouts individuell zu benennen; so findet man unter „Meine Layouts“ leider nur  Icons ohne Namen, so dass eine eindeutige Layout-Zuordnung nicht wirklich möglich ist.

Je mehr Bilder ich in die Fotobuchsoftware eingebunden habe, um so langsamer wurde die Bedienung.
Der Windows Taskmanager listete beim Nachsehen eine Flashanwendung auf, die 570 MB Arbeitsspeicher verbraucht hat. Naja … bei 16 GB Arbeitsspeicher und einem dicken Core i7 Prozessor sollte das kein wirklicher Grund für Verzögerungen sein.
Vielleicht ist die Software von Albelli nicht daran gewöhnt, wenn man ihr TIF Dateien in hoher Auflösung mit 240 DPI füttert; bei meinen Fotobuchtest von Sall-Digital und auch Whitewall gab es dieses Phänomen nicht.

Nach einigem Suchen habe ich unter „Optionen > Einstellungen > Allgemeines“ die  Möglichkeit gefunden die „Geschwindigkeit und Speichernutzung“ von „Mittel“ auf „Gering“zu stellen; ein Plus an Geschwindigkeit konnte ich danach nicht feststellen.

Bei der weiteren Arbeit mit der Albelli Fotobuchsoftware ist mir noch folgendes aufgefallen:

1. die Übersichtsspalte, in der man den Quellbildordner angezeigt bekommt, werden bei jedem öffnen des Fotoprojektes die Bilder wieder neu von der Festplatte geladen und gerendert. Das braucht je nach Anzahl der Bilder im  Quellordner natürlich sehr viel Zeit.
Bei Saal-Digital und auch bei Whitewall werden die im Quellordner vorliegenden Bilder nur einmal gerendert, und stehen danach als Vorschaubilder fix zur Verfügung.

2. das Öffnen der Albelli Fotobuchsoftware inklusive des von mir abgespeicherten Projektes dauerte ein wenig mehr als 2 Minuten!
Im Vergleich dazu, öffnete die Saal-Digital Software ein ungefähr gleich großes  Fotobuchprojekt  in exakt 18 Sekunden, die Whitewall Fotobuchsoftware  in gut 14 Sekunden.

Vielleicht sollte Albelli unter der Haube der Fotobuchsoftware einige Optimierungen vornehmen.

Fazit: die Usability der Albelli Fotobuchsoftware ist gut. Man kann sich sehr viele Vorlagen, Rahmen, Hintergründe und Cliparts aus dem Netz nachinstallieren.
Die Geschwindigkeit bei wachsender Anzahl an Fotos, und auch die Startzeit der Software inklusive öffnen eines abgespeicherten Projektes ist unterirdisch eher suboptimal!

Das Fotobuch habe ich heute, 20.10.2013 um 15:53 bestellt, die obligatorische Bestätigungsmail erreichte mich um 15:55 :)
Nun bin ich auf die Lieferzeiten, und vor allem auf die Qualität des Fotobuches gespannt.


Update 24.10.2013: auf der Albelli Homepage werden alle Fotobücher damit beworben, auch mit Ledereinband lieferbar zu sein.
In der Albelli Software habe ich leider keine Möglichkeit gefunden, einen Ledereinband auszuwählen.

Update 25.10.2013: soeben erreicht mich eine Email, dass das erstellte Fotobuch heute versendet, und in den nächsten Tagen bei mir ankommen wird.
Weiter unten in der Email finde ich folgenden interessanten Abschnitt:

NEU!
Wenn Sie ein Fotobuch bestellt haben, können Sie sich dieses jetzt bereits online ansehen und mit Freunden und Familie teilen.

Mein spontaner Gedanke dazu: hey … was ein kuhles  Feature!

Je mehr ich jedoch darüber nachdenke, ist das ja ganz nett, führt ja aber die Intention ein Fotobuch auszudrucken um Bilder in gedruckter Form in Händen zu halten eigentlich ab absurdum.

Meine kritische Meinung dazu :)
Ok, spontan kann ich mich nicht daran erinnern, das Feature bei den anderen Fotobuch-Herstellern, mit denen ich bisher zu tun hatte, gesehen zu haben. Daher kann es schon sein, dass Albelli sich dahingehend von anderen Herstellern abhebt. Wenn dem so ist, dann nenne ich das gutes Marketing.

So habe ich fix auf den Link geklickt und nach gut Zehn Minuten war der Link zum „Online Fotobuch“ in der Emailbox … hier der Link dazu