Fotografie als Medium zur Entschleunigung

Oder von der Wiederfindung „meiner“ Fotografie

Headerbild: Squeezerlens - Back to the roots

Zwei Jahre Pandemie, nun der russische Angriffskrieg in der Ukraine, das macht etwas mit den Menschen. Auch mit den Resilienteren unter uns – zu denen ich mich zähle. Das schlägt irgendwann aufs Gemüt.
Ja, ich bin mir dabei meines Privileges in Deutschland zu leben durchaus bewusst! Das hält mein Unterbewusstsein leider nicht ab, sein stetes Unwesen zu treiben.

Zusammen mit zwei Jahren Homeoffice, eine Arbeitsweise die ich grundsätzlich sehr begrüße, und der dauerhaften und allerorten vorherrschenden medialen Beschallung, das muss früher oder später zu einer mentalen Überlast führen.
Vor allem, wenn zusätzlich im Privaten mehrere Umzüge innerhalb kurzer Zeit, verbunden mit gerichtlich durchzusetzenden Forderungen gegenüber „seltsamen“ Vermietern durchgekämpft werden müssen.

Dazu ein neuer, herausfordernder Job, den ich wirklich sehr schätze und der mir regelmäßig sehr viele neue Türen und Möglichkeiten eröffnet. Auch das ist ein Privileg!
Blöd nur, dass ich ein Mensch bin, der sehr gerne durch alle neuen Türen hindurchgehen und nachsehen möchte, wie es dahinter aussieht, was es an Neuem dahinter zu entdecken gibt.
Das ist mit Ende Fünfzig auch nicht mehr so einfach durchzuhalten wie früher, als wir noch alle jünger waren.

Da nutzt es auch nichts, Nachrichten nur noch punktuell zu konsumieren, nach 17:00 keine Mails mehr zu lesen und zu versuchen, in Büchern wie

Hilfestellung zu finden.

Vor Ostern war es denn soweit: „Erschöpfungs-Syndrom“ und darauf folgend eine längere Auszeit. Eine Auszeit, die ich mit einer 90%-tigen Abstinenz in Bezug auf den Konsum von Medien und elektronischen Endgeräten verbracht habe.
Diese Abstinenz und die vielen tollen und tiefgehenden Gespräche mit Werner Pechmann haben dazu geführt, mich wieder auf die Fotografie als Medium der Entspannung und Entschleunigung einzulassen.

So war ich in den letzten Wochen wieder mehr draussen in der Natur, die sich hier direkt vor der Haustüre im Moosalbtal in all ihren Frühlingsgefühlen austobt. Einfach mal einige Stunden nur mit mir selbst, meiner Kamera, meiner Squeezerlens, der Sonne, dem Gezwitscher der Vögel und dem gurgelnden Bächlein alleine sein. Wie konnte ich das Wissen, wie gut das tut, in den letzten beiden Jahren nur so sträflich vernachlässigen.

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2 Kommentare
  1. Dirk sagte:

    Hallo Martin,
    gut, dass ich auf diesen Blog gekommen bin. Du hast tolle Einträge und Bilder.
    Fotografieren hat auch uns durch das erste Jahr der Corona-Nummer geholfen und zu einer Rückbesinnung auf die einfachen Dinge geführt. Für mich gibt es nichts schöneres, als an einem ruhigen Morgen vor Sonnenaufgang auf einem Felsen oder im Wald zu sein, Bilder zu machen und auf das Licht zu warten.
    Uns geht es sooo gut und oft merken wir es nicht.
    Viele Grüße
    Dirk

    Antworten

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