Hallo Fuji X-T2 – Tschüss Nikon-Equipment

Fuji X-T2 als Grund für den Wechsel von Nikon-Vollformat auf das spiegellose Fuji X-System

Hallo Fuji - Tschüss Nikon

In der letzten Woche habe ich mich dazu entschlossen, mein komplettes Nikon-Equipment zu veräußern, und mir davon eine Fuji X-T2 plus Objektive zu kaufen. Frei nach dem Motto von Steffen Böttcher: “ Alles was du ein Jahr nicht angefasst hast, geht weg.“

Mit meinem Nikon-Equipment hatte ich in den letzten zwölf Monaten genau drei „Projekte“ fotografiert:

  • zweimal den Abschied von Kollegen auf der Arbeit (Zehn Bilder)
  • ein Panoramaprojekt Ende August 2017, von dem ich noch berichten werde (Bildsequenzen für elf 360° Panoramen)

Na gut, das mit dem „nicht angefasst“ hinkt ein klein wenig. Alle anderen Bilder und Projekte in den letzten zwölf Monaten sind definitiv mit der Fuji X-T1 entstanden.

So habe ich mir folgende, einfache Frage gestellt:

Benötige ich denn überhaupt eine Kamera mit Vollformatsensor für meine Art der Fotografie?

Wenn ich mir meine fotografischen Schwerpunkte ansehe:

  • Panoramafotografie
  • Langzeitbelichtungen
  • Zeitrafferfotografie
  • fotografieren mit Vintage-Linsen

dann bin ich mir ziemlich sicher, dafür nicht zwingend eine Kamera mit Vollformatsensor zu benötigen.

Klar ist: die Nikon D800 ist eine tolle Kamera, und bietet dem Fotografen gerade im Bereich des Dynamikumfanges mehr Reserven als die Fuji X-T2.
Klar ist auch, dass die 36 Megapixel der D800, im Gegensatz zu „nur“ 24 Megapixel der X-T2, mehr Reserven zum Croppen von Bildern bietet.

Ich bin mir jedoch sehr sicher, dass die Panoramen, die ich mit der Fuji X-T2 und dem 8mm Samyang Fischauge fotografieren werde denen, die mit der Nikon D800 und dem Nikon 10.5 mm DX Fischauge entstanden sind, in nichts nachstehen werden. Hierzu werde ich zu gegebener Zeit einen extra Blogpost veröffentlichen.
Ich bin mir auch sehr sicher, dass die Langzeitbelichtungen die ich mit der Fuji X-T2 und meinen Fuji-Objektiven machen werde, denen die mit der Nikon D800 fotografiert habe, auch in nichts nachstehen.

Für die Zeitrafferfotografie ist der Einsatz einer Nikon D800 sowieso völlig unnötig und oversized. Gerade in diesem Bereich sind Kameras, bei denen der mechanische Auslöser abgeschaltet werden kann klar im Vorteil. Zudem machen Zeitrafferaufnahmen mit einer Auflösung von 36 Megapixeln keinen Sinn.

Auch meine Passion, mit alten (vintage) Linsen zu fotografieren, funktioniert mit der Nikon D800, in Ermangelung einer Fokus-Peaking-Funktion, nur sehr bedingt. Hier ist die Fuji X-T2 und auch die Fuji X-T1 eindeutig im Vorteil.

Neben diesen, eher fototechnischen Gründen, hat das Fuji X-System natürlich auch wirklich „handfeste“ Vorteile:

  • Eine Fuji X-T1 oder X-T2 ist nur halb so schwer wie eine Nikon D800
  • Eine Fuji X-T1 oder X-T2 ist viel kleiner und handlicher als eine Nikon D800
  • Die Objektive für das Fuji X-System sind auch kleiner und leichter als viele  Nikon-Objektive
  • Die Fuji X-T1 und die X-T2 haben einen schwenkbaren Monitor
  • Mit einer Fuji-Kamera fällt man als Fotograf nicht gleich so auf

Alle diese Gründe lassen mich zu dem eindeutigen Schluß kommen: Für meine Art Fotografie benötige ich definitiv keine Vollformatkamera.

Ein kleines Schmankerl muss ich auch noch erwähnen: Da ich nun drei Fuji-Kameras habe, werde ich Ende des Jahres die Fuji X-E1 hier zur Infrarotkamera umbauen lassen. Damit erfülle ich mir den langjährigen Traum in die native, also ohne einen IR-Filter auf ein Objektiv schrauben zu müssen, Infrarot-Fotografie einsteigen zu können.

Neuzugänge: Fuji X-T2 Kit und das Fujinon XF 16mm F/1.4

Die Neuzugänge in meine Fototasche sind also: das Fuji X-T2 Kit und das Fujinon XF 16mm F/1.4 Objekiv.

Ich habe lange überlegt, ob das X-T2 Kit für mich einen Wert hat oder nicht. Im „X-T2 Kit“ wird mit der Fuji X-T2 auch das Fujinon XF 18.55mm F/2.8-4.0 Objektiv mitgeliefert: also eine „Kit-Linse“.
Der begriff der „Kit-Linse“ wird in der Regel eher negativ als positiv bewertet. So habe ich mich im Vorfeld durch viele Testberichte und Reviews gelesen. Die generelle Meinung war überraschend positiv. Das „X-T2 Kit“ kostet nur Zweihundert Euro mehr als die X-T2 alleine. Das Fujinon XF 18.55mm F/2.8-4.0 alleine kostet fast Achthundert Euro. Ob das nun eine Masche von Fuji ist den Verkauf anzukurbeln weiß ich nicht.

Da mich die positiven Berichte über das Fujinon XF 18.55mm überzeugt hatten, habe ich mich schliesslich für das „X-T2 Kit“ entschieden. Ich möchte also die Zeit und meine Fotos entscheiden lassen, ob das Fujinon XF 18.55mm in meinen Objektivpark passt oder nicht.

Das Fujinon XF 16mm F/1.4 zu kaufen war quasi ein „must have“. Diese Linse passt hervorragend in meine fotografischen Schwerpunkte „Langzeitbelichtung“ und „Zeitrafferfotografie“ hinein. Alle Testberichte loben das Fujinon XF 16mm F/1.4 als eine überragende Linse. So freue ich mich schon drauf,  das Teil in den nächsten Tagen genauer unter die Lupe nehmen zu können.

Wie siehst du diese Thematik?
Würdest du dich von deiner Vollformatkamera trennen und komplett auf eine spiegelloses System wechseln?

5 Kommentare
  1. Henrik
    Henrik says:

    Willkommen im Klub (-: ! Mein Wechsel (Canon APS C nach MFT) war schon 2011. Und nach einem „Vollformat haben woll“ Schlenker mit der A7 bin ich nun ganz zufrieden mit Sony APSC und MFT (Für Makro).
    * Einen Punkt, den ich mit fehlendem Vollformat vermisse: Altglas wird an APSC immer tele … natives Bildformat geht leider immer von dannen, insbesondere tut das bei Standardbrennweiten weh. Zudem: Die interessanten Unschärfeeffekte am Rand werden wg. Crop abgeschnitten. Kleine Linderung: Man kaufe sich für’s Altglas einen Speedbooster (muß nicht gleich das teure Original sein), dann hat man wieder gleiche Schärfentiefe und Bildwinkel am APSC Sensor.
    * Bezüglich Pano: Ich bin faul, was die Anzahl der Einzelaufnahmen angeht. mit dem Samy (Diagonales Fisheye an APSC nehme ich an) wird man wohl 6+2 Aufnahmen benötigen. Ich will’s immer mit 4 erledigt haben. Kleiner Tipp: Schau‘ mal nach einem gebrauchten Samyang 7.5 für MFT und lege Dir von Nodal Ninja einen Umbausatz zu ( https://panosociety.com/products/nodal-ninja-conversion-toolkit-for-fuji-x-mount ): Sonnenblende und Bajonett werden damit umgerüstet. Zweite Alternative: Seit Neuestem gibt es das Meike 6.5 Zirkulare Fischauge (Preisknaller, 150 Euro): Auflösung der Panos ist geringer, dafür ist man mit 3 Einzelaufnahmen fertig. Mittlerweile ist es bei mir so, daß ich bei Panos downgrade: Mittlerweile gibt es eine ganze Menge kompakter Panoramakameras, mit denen man das Pano auf einen Klick im Kasten hat: Gut, Qualität eher mau, aber allemal eine Fotoerinnerung in 360. Udn in die Fototasche kommt anderes Zeuch als das Fischauge.
    Ich denke mal. Fuji ist haptisch mehr Fotografenlike und liefert die besseren Objektive als Sony. Da blcike ich etwas neidisch auf Fuji und wünsche Dir viel Spaß!

    Antworten
    • Martin Wolfert
      Martin Wolfert says:

      Hallo Henrik,
      danke für deinen Kommentar. Ich freue mich auch schon wie Schmitts Katze, die X-T2 in den nächsten Tagen intensiv zu testen.

      Zum Thema Panorama und Meike 6.5 Fischauge: Wenn ich mir den Blogpost von Herrn Hopf von Pt4Pano: http://pt4pano.com/blog/2017/meike-f265mm-fisheye-fuer-spiegellose-systemkameras durchlese, entnehme ich diesem, dass er mit dem Meike 5 oder 6 Bilder für ein Panorama anrät. Weiterhin schreibt er, Zitat: „Die Auflösung von 15 Pixel pro Grad am 16 MP-Sensor ist noch ausreichend …“ Wenn ich diese Aussage auf die 24 MP der X-T2 umrechne, dann bin ich mir nicht sicher, ob die Qualität des Meike 6.5 mm auf der X-T2 für mehr als nur interaktive Panoramen ausreicht.
      Vielleicht bekomme ich ja ein Objektiv zum testen bereitgestellt.
      Grüße,
      Martin

    • Henrik
      Henrik says:

      Hallo Martin,
      das Meike habe ich seit Februar und finde es überraschend gut, selbst mit nur 3 Aufnahmen für die Kugel: An 24 MP Sensor ist es gut für Panos mit 7560 x 3780 Pixeln Größe (28MP), mit dem Samyang 7.5 geht es an die 50 MP heran (10000 x 5000).
      Bezüglich Projektion ist es recht gutmütig (die Ecken werden nicht so gequetscht wie zB am Madoka): https://www.flickr.com/photos/100003468@N05/32661979101
      Und für ein Small World taugt es auch recht gut: https://www.flickr.com/photos/100003468@N05/31800006994

  2. Andreas Rüb
    Andreas Rüb says:

    In deinem Fall eine sehr gute Entscheidung. Klein, leicht und kompakt. Digitaler Sucher, spiegellos und haufenweise Features, die man nur selten wirklich braucht. Dazu kommt, dass du hochwertigere Objektive einsetzen kannst. Panoramafotografie ist vielleicht ein Fuji-no-go. Mein Studiobesitzer in Leichlingen schwärmt auch von der Fuji. Nebenbei von „neuer“ Fotografie.
    Mich stört der kleine Kamera-Body. Und der Preis einer DSLR/Vollformat. Okay, ich komme aus dem anderen Lager, aber trotzdem setzt Canon aktuell mit rund 4000 Euro auch richtige Maßstäbe.
    Egal welche (APSC, Vollformat) Kamera, es ist wichtig zu überlegen, was eigentlich meine Fotoleidenschaft/Motiv ist. Der Knipser around all images findet reichlich. Sehr interessant geschrieben. Danke! Cheers, Andreas
    https://dschungelpinguin.com

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