ich-bin-deutsch

Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Von Intentionen und Zielen

Schon viel zu lange trage ich mich mit dem Gedanken, mit einem Fotoprojekt etwas gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in Deutschland zu unternehmen. Bisher war ich einfach leider noch nicht bereit, meine Komfortzone zu verlassen, um den Gedanken in die Praxis umzusetzen.
Das hat sich jedoch am Abend des 24.09.2017 um 18:00 schlagartig geändert!

Der Grund war die Aussage des AFD-Politikers Jörg Meuthen in der Berliner Runde zur Bundestagswahl 2017:

„Ich sehe zum Teil in den Innenstädten, in denen ich mich bewege, nur noch vereinzelt Deutsche.“

Was für eine Aussage!
Herr Meuthen: „Wie erkennen Sie denn eine Deutsche oder einen Deutschen auf der Straße?
Jetzt ist es einfach genug!

Wir Blogger haben, heute mehr denn je, die Pflicht, mit unserer Reichweite zu einer breiten Meinungsbildung beizutragen. Daher stehe ich von meiner komfortablen Couch auf und versuche mit dem Projekt „Ich bin Deutsch!“ gegen eine Stereotypisierung von „deutschem Aussehen“ ein Statement zu setzen und im Rahmen meiner Möglichkeiten gesellschaftlich Stellung zu beziehen.

Das Projekt kann jedoch nur zusammen mit euch gelingen!
Daher möchte ich euch zum Mitmachen einladen: Das Ziel von „Ich bin Deutsch!“ soll sein, Menschen mit Migrationshintergrund und deutschem Pass deutscher Staatsangehörigkeit zu fotografieren, um die Vielfalt und die Weltoffenheit von Deutschland visuell auszudrücken und gegen Deutschtümelei, Ausgrenzung und Rassismus aufzustehen. Dabei möchte ich den Begriff des Migrationshintergrundes so weit als möglich im weitesten Sinne fassen!

Ich möchte die Teilnehmer, die Menschen mit einfachen fotografischen Mitteln in den Mittelpunkt stellen. Es wird also kein „fotografisches Setup“, kein Schminken und kein Chi-Chi geben, sondern lediglich Schwarz-Weiß Portraits.

„When you photograph people in color, you photograph their clothes. But when you photograph people in Black and white, you photograph their souls!”
(Ted Grant)

Sehr gerne würde ich den Bildern auch eine, deine Geschichte mitgeben, Fragen stellen und Antworten aufschreiben. Dieser Wunsch bedarf natürlich deines Einverständnisses, viel Vertrauen und ist freiwillig. Ein Beispiel, wie du deiner Geschichte eine Stimme geben könntest, ist der persönliche Brief von Jasmin Wetter, erschienen in der Stuttgarter Zeitung im April 2017: „Ich bin eine Deutsche. Punkt

„Ich bin Deutsch!“ soll lediglich fünf einfachen Regeln genügen:

  1. Ich möchte mein Projekt erstmal regional begrenzt beginnen
  2. Ich möchte gerne Menschen, mit deutschem Pass deutscher Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund kennen lernen und fotografieren. 
  3. Wir treffen uns in einer, für dich, gemütlichen Atmosphäre und unterhalten uns. Ich darf dabei ein oder mehrere Bilder machen. Wenn du möchtest, mache ich mir stichpunktartige Notizen und veröffentliche deinen abgestimmten Text und deine abgestimmte Bilder hier auf meinem Blog
  4. Über die Publikation dieser Inhalte auf meinem Blog, werde ich diese Inhalte zusätzlich in Facebook und Twitter anteasern
  5. Meine Blogger- und Foto-Kollegen würde ich sehr gerne dazu aufrufen: Macht mit, damit das Projekt nicht nur regional bleibt! Wie du dich mit deinem Gastbeitrag auf „Ich bin Deutsch!“ oder mit deinem Blog beteiligen kannst, erkläre ich dir hier.

Eines ist mir sehr wichtig: Ich werde nichts veröffentlichen was du nicht möchtest. Ehe auch nur ein Pixel oder ein Wort online geht bedarf es deinem OK, deiner Freigabe!

Hinweis zu Bildrechten: Ich möchte das Projekt auf meinem Blog so formlos wie möglich umsetzen. Daher werde ich, für die Darstellung von Bildern auf meinem Blog keinen Model-Release-Vertrag benutzen. Wenn ich mich mit einem Menschen über „Ich bin Deutsch!“ unterhalte, Bilder mache und vielleicht auch einen Text darüber verfassen darf, dann setzt das mehr als nur ein gegenseitiges und grundlegendes Vertrauen voraus.

Auf dieses Vertrauen möchte ich gerne das Thema Bildrechte aufbauen:  Wir einigen uns mündlich oder auch per Mail darauf, dass dein Bild und vielleicht auch ein abgestimmter Text über unser Gespräch auf meinem Blog veröffentlicht werden darf. Soziale Medien wie Facebook und Twitter benutze ich nur, um auf neue Beiträge aufmerksam zu machen. Wenn du damit irgendwann nicht mehr einverstanden bist, dann genügt eine kurze Mail, ein Anruf oder eine SMS, und ich werde dein Bild, und / oder den kompletten Blogpost unverzüglich auf meinem Blog löschen.

Was solltest du sonst noch wissen: Ich möchte das Projekt in alle Richtungen offen gestalten. Es soll sich weiterentwickeln und sehr gerne auch von deinen Anregungen oder Ideen profitieren. Menschen zu fotografieren und vielleicht auch ihre Geschichte zu erzählen ist etwas Neues, noch Unbekanntes für mich.

Ich würde mich freuen das Projekt zusammen mit dir umzusetzen, dich kennenzulernen und deine Geschichte erzählen zu dürfen.
Wenn du also „Ich bin Deutsch!“ mit deinem Gesicht und mit deiner Stimme mit Leben und Inhalt füllen möchtest, dann schreib mir einfach eine E-Mail.

Zusatz vom 27.12.2017: Ich habe nun schon mehrfach das Feedback über eine fehlende Kommentarfunktion bekommen. Meine Überlegung, keine Kommentare zuzulassen war, mich nicht mit eventuellen rechten Äusserungen auf meinem Blog auseinandersetzen zu müssen. Mag sein, ich habe da ein wenig zu eng gedacht. Daher werde ich bis auf Weiteres die Kommentarfunktion am Ende der einzelnen „Ich bin Deutsch!“ Beiträgen wieder aktivieren.