Infrarotfotografie mit der Fuji X-E1

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Die Infrarot-Fotografie, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die Abenteuer von Martin Wolfert, der unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken. Viele Motive von Zuhause entfernt dringt er in fotografische Welten ein, die er noch nie zuvor gesehen hat.

Nach der ersten Retusche meiner ersten Infrarotbilder hatte ich dieses „Raumschiff Enterprise Déjà-vu“. Die ersten Eindrücke waren einfach nur „WOW“.

Aber halt: lass mich dir die Geschichte von Beginn an erzählen …

Faszination Infrarotfotografie

Was fasziniert mich so an Infrarot-Fotografien?
Der Satz aus dem Kindersiel „Ich sehe was, was du nicht siehst … “ beschreibt den starken visuellen Eindruck von Infrarotfotografien ganz gut: sie zeigen die uns umgebende Welt in einem anderen, normalerweise nicht sichtbaren, Licht.

Wie, unsichtbares Licht?
Ok, ein sehr komprimierter Ausflug in die Physik: Licht ist eine elektromagnetische Strahlung, die uns in unterschiedliche Wellenlängen umgibt. Wir Menschen können diese elektromagnetische Strahlung nur in einem kleinen Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer „sehen“. Dieses Spektrum bezeichnen wir umgangssprachlich als „Regenbogenfarben“. Jenseits dieses Spektrums sind wir nach rechts und links blind. Bei ungefähr 700 Nanometern beginnt das Infrarotspektrum, wie die folgende Grafik verdeutlicht.

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Bild: Horst Frank / Phrood / Anony

Lizenz: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

Für Infrarot-Fotografien bedeutet das folgendes: die äußeren Formen der Motive die wir fotografieren sind uns vertraut, die dargestellten Farben jedoch nicht: Pflanzen, die normalerweise grün sind, erscheinen weiß, ein blauer Himmel erscheint eher schwarz. Ein sommerliches Landschaftsbild präsentiert sich eigentlich in freundlichem Licht, die Farben zeigen jedoch eine eher dramatische Winterstimmung.

Diese Ambivalenz macht die Infrarot-Fotografie für mich so spannend.
Hinzukommt, dass nicht jedes Objektiv für die Infrarot-Fotografie geeignet ist. Die Webseite von Jürgen Rehr versucht eine Übersicht bereitzustellen. Die Infrarotfotografie ist auch direkt  abhängig von der Jahreszeit, von sonnigem Wetter, dem eigenen Standpunkt zur Sonne und vom abgebildeten Motiv; also eine Art Wundertüte. Dabei verbinde ich mit „Wundertüte“ sehr wohl ein positives Herantasten an die IR-Fotografie!

In einem oder mehren Blogposts werde ich genauer auf die speziellen Umstände der IR-Fotografie eingehen und auch Tests zu diversen Fuji- und Vintage-Objektiven verfassen. So … stay tuned! :)

Kurz auseinanderdividiert: Infrarotfilter oder Kameraumbau?

Wenn du dich fragst „Welche Kamera kann ich für die Infrarotfotografie benutzen?“ ist die Antwort ganz einfach:Die meisten digitalen Kameras sind für die Infrarot-Fotografie geeignet, da die verbauten Sensorchips grundsätzlich empfindlich für infrarote Wellenlängen sind. Je nach Hersteller deiner Kamera sind jedoch sogenannte Sperrfilter verbaut, die eine Infrarot-Empfindlichkeit deutlich reduzieren. Ein einfacher Test, ob deine Kamera geeignet für die Infrarot-Fotografie ist, funktioniert folgendermaßen: Du fotografierst die Infraot-Diode einer Fernbedienung bei einem gedrückten Knopf. Wenn das resultierende Bild eine leuchtende Infrarot-Diode zeigt, dann ist deine Kamera geeignet.

Wenn du nun einen Infrarot-Filter auf dein Objektiv schraubst, sperrt dieser das sichtbare Licht, und nur die infraroten Lichtwellen können den Filter passieren. Nachteil: du musst entsprechend lange belichten: Infrarot-Filter sind sehr dunkel, so dass du bei deren Einsatz zwingend vom Stativ fotografieren solltest.

Ich finde das zu unflexibel und habe mich daher für einen Kameraumbau entschieden. Der Dienstleister meiner Wahl war Sven Lamprecht, der auf seiner Webseite „IRreCams“ Infrarot-Umbauten für eine breite Palette an Kameras anbietet. Ein anderer Anbieter von IR-Umbauten ist Optik-Makario. Ich kenne die Dienstleistung von Optik-Makario nicht, die Dienstleistung von Sven Lamprecht kann ich dir jedoch wärmstens ans Herz legen.

Durch den unglaublichen Luxus, drei Fuji-Kameras zu besitzen, habe ich „die Kleine“ aka Fuji X-E1 bei IRreCams auf „700nm Infrarot“ umbauen lassen. Somit kann ich theoretisch alle meine Objektive für die Infrarot-Fotografie, und die X-E1 als ganz normale Kamera benutzen.

Ich mag in diesem ersten „Infrarot-Blogpost“ nicht weiter auf technische Details eingehen, da ich mich erstmal eingehend damit beschäftigen und auch auseinandersetzen muss.
So bleibt mir zum Schluss dieses Beitrages nur noch übrig, dir die Infrarot-Fotografien meiner ersten beiden Shootings zu zeigen.

IR-Fotoshooting I: Mittagspause in der Klotze

Auf der Arbeit bin ich nur wenige Meter von der Klotze entfernt und verbringe dort oft meine Mittagspausen. Das Wetter war die Tage schön und die X-E1 mit an Bord.
Alle folgenden Bilder sind mit dem Fujinion XF 35 mm F/1.4 R entstanden und wurden mit einem „üblichen Infrarot-Workflow“ in Photoshop moderat nachbearbeitet.

IR-Fotoshooting II: Grabkapelle und Schlossgarten in Karlsruhe

Bei meinem zweiten Infrarot-Shooting war ich in Karlsruhe bei der großherzoglichen Grabkapelle und im Schlossgarten Karlsruhe unterwegs.
Alle folgenden Bilder sind mit dem Fujinion XF 16 F/1.4 R WR entstanden und wurden  mit einem „etwas experimentelleren Infrarot-Workflow“ in Photoshop nachbearbeitet.


Ich hoffe du hattest Spaß am Betrachten meiner ersten Infrarot-Bilder. Die Ausbeute ist für die ersten Versuche schon recht gut. Die Feinheiten der Infrarot-Fotografie muss ich mir aber erst noch aneignen. Geübte Infrarot-Fotografen werden die beiden Bilder bei denen ich den „Infrarot-Hotspot“ retuschiert habe sicherlich gleich finden.

Ich freue mich auf jeden Fall wie Schmidts-Katze, mit der Infrarot-Fotografie wieder ein neues fotografisches Genre erschließen zu können, Neues zu lernen, mich darin zu verlieren und abseits der „üblichen Motive“ meinen eigenen „IR(ren)-Weg“ zu finden.

1 Antwort
  1. Martin Kommer sagte:

    Ein schöner Erfahrungsbericht, besonders die kreative Einleitung fand ich sehr gut :) Es hat Freude bereitet deine ersten Bilder zu betrachten. Sehr schöne Motive, an denen du sicherlich in weiteren Mittagspausen noch viel ausprobieren kannst.
    Grüße, Martin

    Antworten
    • Martin Wolfert sagte:

      Hallo Martin,
      danke für deine lieben Worte. Ich hoffe mit der IR-Fotografie noch viele neue Türen zu öffnen und auch Regeln zu brechen :)

      Viele Grüße,
      Martin

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