Mein Weg hin zu HDR Kugelpanoramabildern – das praktische Shooting

Die hier als Beispiel herangezogenen habe ich am letzten Freitag in Bad Herrenalb im Kurpark aufgenommen.

Die einzelnen Segmentbilder

Da jede Panoramastitchingsoftware die einzelnen Bilder in einer Reihenfolge im Uhrzeigersinn erwartet, sollte man diesem Anspruch gleich beim Fotografieren der einzelnen Segmentbilder nachkommen.
Dann hat man es hinterher beim Stitchen einfacher.

In dieser Position der Kamera werden dann die Segmentbilder im Uhrzeigersinn alle 60° aufgenommen.

Segmentbilder alle 60°

Segmentbilder alle 60°

Da das Bild schlussendlich ein HDR Panoramabild werden soll, muss man pro Segment mindestens drei Bilder mit unterschiedlicher Belichtung aufnehmen.
Man kann die Belichtung der einzelnen Bilder auch von Hand einstellen, praktischerweise benutzt man jedoch die Bracketing Funktion seiner Kamera.
Bracketing heisst: man fotografiert dasselbe Motiv mit unterschiedlichen Bleichtungen. Als Ideal (im Kosten- Nutzenverhältnis) haben sich drei Bilder pro Motiv mit jeweils +/- zwei Blendenstufen gezeigt.
Da nur die wenigsten digitalen Spiegelreflexkameras dies beherrschen – so auch meine D300s nicht- besteht meine Belichtungsreihe aus fünf Bildern per Motiv, mit jeweils +/- einer Blendenstufe.
Das erhöht zwar die Menge an Daten, erzeugt jedoch auch feinere HDR Bilder.

Inzwischen haben wir also schon Sechs mal Fünf = Dreissig Bilder auf der Speicherkarte und sind immer noch nicht fertig; es fehlt noch das Zenith und das Nadirbild.

Das Zenithbild ist fix realisiert: einfach den oberen Winkel des NodalNinja Adapters von 90° horizontalen Stellung gen Himmel richten und gut ist.

Für das Nadirbild wird die Kamera so eingestellt, dass sie nach unten „sieht“.

So wir das Zenith Bild gemacht

So wird das Zenith Bild gemacht

So wird das Nadir Bild gemacht

So wird das Nadir Bild gemacht

Das Nadirbild das ich mit dieser Kamerastellung aufgenommen haben sieht ungefähr so aus:

Nadir Sichtweise mit Nodaladapter

Nadir Sichtweise mit Nodaladapter

Man kann sich vorstellen, dass man wirklich sehr viel Aufwand treiben muss um das Nadir Bild in Photoshop so zu retuschieren, dass man hinterher nichts mehr davon sieht.
Dem „Problem“ kann jedoch schon gleich beim Aufnehmen entgegengewirkt werden, und das auch noch auf drei unterschiedlichen Wegen:

Erstens: man nimmt die Kamera vom Stativ und macht das/die Nadirbild(er) aus der Hand. Bei einem grünen Rasen und Tageslicht mag das sicherlich noch funktionieren, habt ihr ich jedoch ein Kopfsteinpflaster (= geometrische Formen) unter euch und es ist wenig Licht vorhanden ist, vergesst es.
Grund: wir möchten ein HDR Kugelpanorama erstellen, somit müssen wir ja eine Belichtungsreihe aufnehmen … mal ehrlich … fünf Bilder eines Motives aus der Hand nach unten fotografieren ist keine gute Idee :)

Zweitens: man montiert die Kamera vom Nodalpunktadapter ab und benutzt stattdessen z.B. einen Kugelkopf und ein Stativ mit einer variablen Mittelsäule (z.B. ein Manfrotto 190XPROB).
Damit kann man nun die Mittelsäule parallel umlegen, und in aller Ruhe sein(e) Nadirbild(er) nach unten fotografieren.

Nadir Bild ohne Nodalpunktadapter

Nadir Bild ohne Nodalpunktadapter

Markierung setzen

Markierung setzen

Ehe man das Stativ nach dem Umbau vom Nodalpunktadapter hin zum Kugelkopf von der Stelle bewegt, sollte man sich eine Markierung auf den Boden legen, damit man hinterher auch noch weiss wo genau man denn das Nadirbild aufnehmen sollte.
Wie gesagt, bei Rasen unter dem Stativ ist das weniger ein Problem, beim oben angesprochenen Kopfsteinpflaster mit Sicherheit schon.
Ich nehme als Markierung immer einen Objektivdeckel, den ich vor dem Aufnehmen der Nadirbilder auch oft genug vergesse wegzunehmen ;-) .
Weiterhin muss man, wenn man z.B. Fliesenboden fotografiert, darauf achten, dass der Abstand des Objektivmittelpunktes von der umgelegten Mittelsäule zum Boden hin so ziemlich dem Abstand enspricht, den das Objektives auf dem Nodalpunktadapter zum Boden hin hatte.
Grund ist die Verzeichnung des Fischauges, die einem beim Stitchen des Kugelpanoramas bei einem geometrischen Untergrund gewaltig in die Suppe spucken kann.

Diese Zweite Möglichkeit hat auch noch einen weiteren Vorteil: die Aufmerksamkeit der anwesenden Passanten ist Euch gewiss ;-). Nicht genug, dass es einen Fotografen zu sehen gibt, der um sein eigenes Stativ springt, nein .. dieser Mensch markiert auch noch den Boden unter seinem Stativ mit einem Objektivdeckel, um diesen hinterher auch noch zu fotografieren. Die Blicke der Passanten sind oft köstlich :)

Wie dem auch sei, das/die dabei entstehenden Bilder sehen ungefähr so aus.

Nadir Bild ohne Nodalpunktadapter

Nadir Bild ohne Nodalpunktadapter

Somit hat man ein Bild/Bilder, die keinen Nodalpunktadapter zeigen, sondern den Blick auf den eigentlichen Untergrund freigeben.

Die dritte Möglichkeit habe ich selbst erst vor einigen Tagen entdeckt (und auch bestellt). Somit kann ich an dieser Stelle leider noch nicht mit praktischem Wissen dienen.
Die Jungs von Fanotec, die den NodalNinja Nodalpunktadapter bauen, haben sich etwas sehr, sehr feines ausgedacht: einen ausklappbaren Nadir Adapter.
Ich habe meinen beim PanoStore bestellt (übrigens eine sehr zu empfehlende Kaufeinrichtung) und finde den Preis echt OK.
Der kleine Adapter wird einfach zwischen die beiden Winkel des NodalNinjas geschraubt und ermöglicht es, die Kamera bei installiertem Nodalpunktadapter um 180° nach aussen zu drehen.
Was für eine Arbeitserleichterung. Ich berichte über die praktische Umsetzung natürlich an dieser Stelle.

Aussehen tut das geniale kleine Dingen so:

Nadir Adapter (Quelle http://www.pano-store.de)

Nadir Adapter (Quelle http://www.pano-store.de)

Nadir Adapter (Quelle http://www.pano-store.de)

Nadir Adapter (Quelle http://www.pano-store.de)

So … damit wäre das praktische Shooting abgeschlossen, und wir haben für das Ziel ein HDR Kugelpanorama zu erstellen Neun mal Fünf gleich Fünfundvierzig Bilder aufgenommen.
In meinem Falle Fünfundvierzig Bilder à 12 Megapixel im Nikon RAW Format (14 Bit Farbtiefe).
Ok, man kann nun diskutieren, ob man die Bilder nicht besser als JPEG fotografiert. Ich entscheide mich jedoch aus folgenden Gründen immer für Rohdatenbilder:

  • der Weißabgleich kann zur Not Zuhause am PC erfolgen
  • Rohdatenbilder bieten mehr Reserven für eine Nachbearbeitung am PC
  • wenn ich schon eine Kamera habe, die 14 Bit Farbtiefe anbietet, nutze ich diese auch
  • die Qualität der Bilder bei einem großformatigen Ausdruck ist höher als bei JPEG Aufnahmen

Der Dritte Teil des Kochrezeptes folgt die Tage …. versprochen ;-)

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