Mein Weg hin zu HDR Kugelpanoramabildern

Wie im letzen Artikel versprochen, hier ein kleines Kochrezept für meinen Weg zu einem HDR Kugelpanoramabild.
Ich werde Euch zeigen, wie man aus neun (HDR) Einzelbildern ein Kugelpanorama erzeugen kann.

Panorama Kurpark Bad Herrenalb

Da die ganze Thematik nicht in einen Blogeintrag passt habe ich mich entschlossen das Kochrezept in 3 Punkte aufzuteilen:

  1. Vorbemerkungen  und Informationen
  2. Praktisches Shooting
  3. Nachbearbeitung und Stitching am Rechner

1. Vorbemerkungen und Informationen

Wie bei einem normalen Kochrezept, starten wir mit den Zutaten, die hier eben technischer Natur sind.
Die Zutaten die in Klammer sind bei mir im Einsatz.

  • ein Stativ mit Kugelkopf (Manfrotto 190xProB mit 496RC2)
  • ein Nodalpunktadapter (Nodal Ninja5 mit Rotator und Nivelliereinrichtung)
  • ein Fernauslöser (Phottix Funkauslöser)
  • Weitwinkel- Fischaugenobjektiv (Nikor 10.5 mm f 2/8 G)
  • Digitale Spiegelreflexkamera (Nikon D300s/D200)
  • Raw Konverter (Adobe Lightroom 3)
  • Bildbearbeitungssoftware (Photoshop CS4)
  • HDR Software (Photomatix Pro 4.0)
  • Panorama Stitching Software (PTGUI Pro)

Ich setze im Folgenden voraus, dass die Kamera schon so auf dem Nodalpunktadapter befestigt ist, dass der Nodalpunkt auch korrekt eingestellt ist und es somit beim späteren stitchen keine Probleme damit geben wird.
(Ein sehr schönes und auch ausführliches Video von Jan Röpenack zu diesem Thema findet man hier bei Youtube.

Ganz wichtig ist vor dem Start der Aufnahmen die Kameraeinstellungen und auch die waagerechte Einstellung des Panoramakopfes, der mittels der Nivelliereinrichtung „ins Wasser“ gestellt wird, überprüfen.
Nichts ist ärgerlicher als Zuhause festzustellen, dass z.B. die Kamera nicht im Wasser stand.

Der Weißabgleich wird manuell je nach Lichtsituation eingestellt; da ich im RAW Format fotografiere, ist ein nachträgliches Anpassen in Lightroom jedoch kein Problem.
Die Kamera wird nun komplett auf manuell umgestellt. Folgende Grundeinstellungen sind jedoch immer gleich:

  • ISO 200 (Standartwert bei der D300s)
  • Blende 8 oder 9

Danach wird die Belichtungszeit an der hellsten und an der dunkelsten Stelle gemessen und ein Mittelwert daraus ermittelt. Diese gemittelte Belichtungszeit wird als Startwert für eine Belichtungsreihe eingestellt.

Warum Blende 8 oder 9?
Das Stichwort lautet „hypervokale Distanz“ im Verhältnis zur Beugungsunschärfe bei Blenden über 9, oder auch „förderliche Blende“
Diese Thematik hier zu diskutieren, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Hierzu findet man im Netz viele einschlägige Seiten mit genauen Erklärungen.
Glaubt mir an dieser Stelle einfach mal, dass die optimale Blende  um ein Kugelpanorama mit der D200/D300 und dem 10.5 mm Fischauge von Nikon zu erzeugen bei 8 oder auch 9 liegt :)

Soderle … wie finde ich nun heraus wieviele Bilder ich für ein Kugelpanorama aufnehemen muss, um

  • eine genügend Große Überlappung zu haben ?
  • möglichst wenige Bilder machen muss (um den Workflow zu beschleunigen) ?

Es gibt im Internet dazu diverse Forendiskussionen und auch Onlinerechner, ich würde dazu raten die Anzahl der Bilder einfach mal zu testen.
Meine D300 ist eine Cropkamera (mit einem Verlängerungsfaktor von 1,523), somit verlängert sich die Brennweite des Fischauges von theoretischen 10.5 mm auf praktische 16mm (aufgerundet).
Bei einer Überlappung von ca. 30% per Bild kommt ein rechnerischer Wert von 5,4 Bildern heraus. In der Praxis ist „mehr Überlappung“ immer sicherer, daher mache ich immer 6 Bilder, also alle 60° ein Bild.

Von der theoretischen Brennweite von 10.5 mm deckt das Objektiv einen horizontalen Bildwinkel von 180° ab, also sollte man meinen für ein Kugelpanorama kein Zenithbild (nach oben) und auch kein Nadirbild (nach unten) zu benötigen.
Da wir ja aber weiter oben gelernt haben, dass die praktische Brennweite des Objektives bei 16mm liegt, bleiben von den 180° eben nur noch ca. 136° horizontaler Bildwinkel über.
Daraus folgt: es muss noch ein Zenith- als auch ein Nadirbild aufgenommen und mit der Stitchingsoftware eingebaut werden.

So … damit wäre der theoretische Teil glaube ich abgeschlossen.
Die anderen beiden Teile erscheinen relativ zeitnah im Laufe der nächsten Woche :)

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