La Cambe und das Normandy American Cemetry and Memorial

Auch der gestrige Tag widmete sich der näheren deutschen Vergangenheit, war gefühlsmäßig jedoch viel dichter als der Besuch auf Utah Beach.
Das Ziel war Omaha Beach und der amerikanische Soldatenfriedhof überhalb von Omaha Beach: das Normandy American Cemetry and  Memorial bei Colleville-sur-Mer.

Das Normandy American Cemetry ist für mich der ergreifendste Orte in der Normandie. Neuntausend Dreihundert Siebenundachtzig weiße Marmorgrabsteine, jeder mit dem Namen eines gefallenen amerikanischen Soldaten beschriftet zeugen von dem Einsatz dieser Männer für die freie Welt in der wir hier und heute in Europa leben dürfen.

Auf dem Weg nach Omaha Beach via Carentan kommt man auf der N13 unweigerlich an La Cambe vorbei; einem deutschen Soldatenfriedhof, auf dem Gefallene aus der ganzen Normandie beerdigt sind. Geht man durch die Reihen, so stellt man betroffen fest, dass keiner der dort liegenden älter als 35 Jahre war.

Da mir auch hier das Erleben viel wichtiger als das Fotografieren war, gibt es nur zwei schwarzweiß Bilder: eines von La Cambe und eines der  Normandy American Cemetry.

Beides sind für mich „Memento mori“ Motive.

Omaha Beach – der Strand

Ganz im Gegensatz zu den Eindrücken der beiden Friedhöfe und die damit verbundene Geschichte ist der Eindruck vom eigentlichen Strand, des „Omaha Beach“.
Zum Zeitpunkt unseres Besuches herrschte Ebbe, und der kilometerweite Sandstrand lag friedlich bei leichtem Wellengang und „Wattebäuschchenhimmel“ vor uns. Der Wind trieb die Wolken über den Himmel und deren Schatten über den Strand.

Kurz wurde mir klar, was es damals am D-Day bedeutet haben musste, hier aus einem Landungsboot heraus eine so lange Strecke ohne Deckung in Richtung schützende Dünen zurücklegen zu müssen.
Die Ruhe und Lieblichkeit der Natur, als auch das Laufen auf dem warmen Sand wischte diese Gedanken zum Glück schnell wieder weg.

A propos Sand: ich habe heute wieder gelernt, dass es doch diesen gewissen Unterschied zwischen Weiblein und Männlein gibt, das Sand in den Schuhen „Bäh“ ist, und (weibliche) Füße nach dem Entsanden auch noch pflegende Creme zum Wohlbefinden benötigen.
Nach dieser wichtigen  Erkenntnis ging es  in Richtung Dünen, um von den Resten der Bunkeranlagen einen Blick nach unten zu werfen.
Bemerkenswert ist auch der Baum, der als Solitär dort stehend sicherlich viele Geschichten erzählen kann.

Zurück in Richtung Parkplatz ging es an einem kurzen Abschnitt Stand vorbei, an dem die Steine -wie die Soldaten damals- gekauert in einer Kuhle vor der Düne lagen.
Kurzerhand bauten wir aus diesen Steinen zwei kleine Türmchen am Strand…

Da gab es dann noch diesen Moment auf den Treppen die Düne hinauf: oben in der Cemetrie wurde die amerikanische Nationalhymne gespielt, die der Wind in Richtung Strand wehte … Gänsehautstimmung.

1 Antwort
  1. M + K
    M + K says:

    Hi Ihr beiden!

    Schön zu sehen, dass Ihr’s Euch gut gehen lässt. Schade, dass man das leckere Essen nicht riechen kann – immerhin bringt Ihr die bunten Farben in die Heimat :-)

    Grüße!

    Antworten

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