Barfleur und das Cap Levi

Laut Onlinewetterbericht soll es in dieser Woche noch zwei Tage mit besserem Wetter geben, einer davon war gestern.
Da wir eigentlich zwei Tagestouren geplant hatten, und der Urlaub schon im letzten Drittel .. gingen wir gestern eine der weiteren Touren an: quer über die Halbinsel Contentin nach Barfleur, und auf dem Rückweg am Cap Levi vorbei.

Über Barfleur sagt man, es sei eines der schönsten Dörfer in Frankreich, zurecht wie wir finden.
Die Häuser sind fast durchweg aus Granit und Schiefer erbaut, kein „neumodisches“ Haus unterbricht die dahingehend einheitliche Architektur.

Von Süden aus kommend, öffnet sich der Hafen nach rechts und die Mole, als auch die Häuser konzentrieren sich auf die Linke Seite des Hafens.
Sehr markant sticht die Kirche Saint-Nicolas ins Auge, die direkt links neben der Hafenausfahrt am Meer erbaut ist.

In seiner langen Geschichte ragte Barfleur mehrmals aus dieser heraus: 1066 stach Wilhelm der Eroberer von hier aus gen England in See (ein Gedenkstein erinnert daran). Im Jahre 1120 ertranken die Enkelkinder von Wilhelm dem Eroberer als designierte Thronfolger, als ihr Schiff „Blanche-Nef“ bei Barfleur auf Grund lief; und schliesslich war Barfleur der französiche Hafen, von dem aus Richard Löwenherz nach England aufbrach, um sich dort zum englischen König krönen zu lassen.

Die kleinen Gassen von Barfleur sind sehr hübsch anzusehen, und bieten einige interessante Details (von denen leider viel zuwenige hier im Bild festgehalten sind).

Wenn man in Barfleur ist, so ist ein Besuch am Cap Levi sicherlich ein interessanter Abstecher, nicht nur wegen des Caps und der Umgebung, nein, auch wegen dem kleinen Örtchen Fermanville.
Ok, unser fahrbahrer Untersatz hat gewisse Ausdehnungen, aber an manchen Stellen von Fermanville fühlt man sich eher an Hobbingen und das Auenland versetzt, als in die Normandie.
Besonders spannend war eine Gasse, man könnte auch an Wilhelm Tells „…durch diese hohle Gasse …“ denken, stand da doch ein Schild „Breite 2,30 m“. Spontan fiel mir ein, dass der Volvo von Spiegel zu Spiegel 2,20 m misst. Aber … keine Delle im Blech ;-)

Die Landschaft am Cap Levi ist anders als die bei unserem Ferienhaus in Regneville sur Mer, rauher und erinnert eher an die Landschaft in der Bretagne.
Obwohl der Himmel sich immer mehr zuzog packten wir die Trekkingschuhe und die Regenjacken aus, und marschierten in Richtung des Caps, auf dem ein Fort aus bonapartischer Zeit auf den Felsen klebt, und erweiterten die Wanderung auch in Richtung des Leuchtturmes am Cap Levi. Sehr sehenswert.

In Richtung Heimat ging es wieder durch „Hobbingen“, aber man war ja nun vorgewarnt :-)

Während ich gestern am bloggen war bekamen wir noch netten Damenbesuch in Form einer jungen Katze, die uns seit einigen Tagen ins Herz geschlossen hatte.
Natürlich nicht wegen uns, sondern der Leckereien wegen, die regelmässig hier abfallen :-)