Panoramabilder vom MonoPod mit der Fuji X-T2 und dem Slant von PT4Pano

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Im September 2017 hatte ich ja mein Nikon-Equipment verkauft und dafür eine Fuji X-T2 und ein Fujinion XF 16 F/1.4 WR Objektiv erstanden.
Seit dem habe ich nur sehr wenige Panoramen mit dem Fuji-Equipment und vor allem keinerlei Panoramen vom PT4Pano MonoPod herunter fotografiert.

Nun habe ich mit meinen Panoramadienstleistungen demnächst einen Kundenauftrag, der den Einsatz des MonoPods zwingend notwendig macht. Da der Unterschied zwischen der Kombination „Nikon D800 (Vollformat), Nikon 10.5 mm Fischauge, KISS Adapter“ und „Fuji X-T2 (APS-C Format), Samyang 8mm Fischauge, SLANT Adapter“ schon gegeben ist, habe ich das schöne Wetter ausgenutzt und ein wenig im nahen Kurpark zu Waldbronn geübt:

  1. „Mitten im Park“ ohne den Einsatz von Bracketing (HDR)
  2. „Eher von oben im Park“, mit einer Bracketing-Reihe von 5 Bildern bei jeweils 2 Blenden Unterschied

Motiv 1: ISO 200 – Blende 8 – 1/500 sec.

Fuji X-T2 - Waldbronn Kurpark

Motiv 2: ISO 200 – Blende 11 – Bracketing Reihe

Fuji X-T2 - Waldbronn Kurpark HDR

Panoramabilder von MonoPod mit der Fuji X-T2 – Unterschiede zwischen Fuji- und Nikon-Equipment

Auch ohne das Vorhandensein einer empirische Studie würde ich behaupten wollen, dass der 24 Megapixel APS-C Sensor der Fuji X-T2, dem 36 Megapixel Vollformatsensor der Nikon D800 in Bezug auf Bildqualität ebenbürtig ist.
Die Fuji X-T2 mit dem Samyang 8mm Fischauge ist gut 400 Gramm leichter als die Nikon D800 mit dem 10.5mm Nikon DX Fischauge.

Eins zu Null für das Fuji-Equipment.

Dafür hatte die Nikon-Kombination den Vorteil, dass nur vier Bilder – also ein Bild alle 90° für ein 360° Panorama nötig waren. Die Fuji-Kombination benötigt mindestens sechs Bilder – also alle 60° ein Bild. Diese sechs Bilder sind dann aber, was die Überlappung der Bildsegmente beim Fotografieren von Monopod angeht, „eher knapp bemessen“. Daher habe ich für diesen Fall sicherheitshalber acht Bilder – also alle 45° ein Bild fotografiert.

Ausgleich: Eins zu Eins.

Bildqualität des Samyang 8mm
Ein kleiner, je nach Motiv aber entscheidender Wermutstropfen, ist die Empfindlichkeit des Samyang 8mm Fischauges bei Gegenlicht bzw. beim Fotografieren in die Sonne. Im Vergleich zu meinem rasierten Nikon 10.5 Fischauge erzeugt das Samyang mehr Lensflares. Da beim Fotografieren eines 360° Panoramas bei sonnigem Wetter zwangsläufig die Sonne irgendwo im Bild zu sehen ist, kann das zu Problemen mit Lensflares, auch nach dem Stichen der Einzelbilder führen. Natürlich können diese beim Weiterdrehen des Nodalpunktadapters in das nächste Segment wieder verschwinden. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Zwei zu Eins für das Nikon-Equipment.

Nadirretusche
Der Aufwand um den Nadir zu retuschieren ist bei beiden Kamera-Objektiv-Kombinationen eigentlich derselbe:
Bei der Nikon-Kombination musste das Stativ und der teilweise sichtbare Nodalpuktadapter retuschiert werden. Die geslantete Fuji-Kombination hingegen weist ein kleines, sternförmiges Loch im Nadir auf. Dieses Loch entsteht dadurch, dass die Fuji X-T2 mit dem Samyang 8mm Fischauge grundsätzlich keine 180° in der Vertikalen abbilden kann. Damit beim Stitchen der Einzelbilder auf jeden Fall einen sauber geschlossener Zenit entsteht, sollte die Fuji X-T2 grundsätzlich ein klein wenig (circa 2°) nach oben geneigt auf dem Slant-Nodalpunktadapter befestigt werden. Weil: Der Nadir muss ja auf jeden Fall retuschiert werden. Daher ist es egal, ob dieser ein paar Pixel größer ist oder nicht.

Wie du in den unten gezeigten beiden Beispielbildern sehen kannst, ist der Retuscheaufwand für einen sauberen Nadir, gerade bei Panoramen in der Natur, sehr überschaubar. Bei komplizierteren Mustern auf dem Boden, gerade bei Innenaufnahmen, ist jedoch ein gutes Photoshop-Grundwissen durchaus von Vorteil.

Drei zu Zwei für das Nikon-Equipment.

Die generelle Frage: „Wie löse ich eine Kamera in 4 Meter Höhe aus?“
Das ist eine wichtige und auch interessante Frage. Also: „Wie zum Geier löst man eine Kamera aus, die in vier Meter Höhe befestigt ist?
Folgende Lösungsmöglichkeiten sehe ich dafür:

  1. per Kabel
  2. per WLAN
  3. per Funkauslöser
  4. per Selbstauslöser

Die erste Lösung fällt meiner Meinung nach schon gleich heraus, da das Auslösekabel ungefähr fünf Meter lang sein müsste. Das macht das Aus- und Einziehen des MonoPods, und auch die Befestigung des Auslösekabels meiner Meinung nach eher unhandlich.
Die zweite Lösung sollte mit der Fuji X-T2, einem Smartphone und der Fuji-App technisch sicherlich funktionieren. Sollte: Jeder der schonmal versucht hat, mit einer Fuji X-T2 eine verlässliche WLAN Verbindung zu einem Smartphone herzustellen, verwirft diese Lösung ganz schnell.
Die vierte Lösung könnte auch funktionieren, bietet jedoch gerade für die Fotografie vom MonoPod herunter nicht die Sicherheit des „richtigen Auslösezeitpunktes“. Warum? Naja, es ist schwieriger als du denkst, ein vier Meter langes Stativ „im Wasser zu halten“ und zu hoffen, dass der Selbstauslöser auch zum „richtigen“ Zeitpunkt auslöst.
Daher präferiere ich die dritte Lösung mit meinen Phottix-Funkauslöser. Diesen hatte ich schon zusammen mit der Nikon D800 im Einsatz. Um diesen Funkauslöser an die Fuji X-T2 anzuschliessen musste ich lediglich ein passendes Anschlusskabel (2.5 auf 2.5 Klinke) kaufen.

Waldbronn Kurpark vom Monopod - gestitchtes Panorama mit OOC-Bildern

Waldbronn Kurpark vom Monopod - gestitchtes Panorama mit OOC-Bildern 90° Pitch

Panoramabilder von MonoPod mit der Fuji X-T2 – Impressionen und Conclusio

Vor meiner Conclusio habe ich hier einige Impressionen für dich. Danke an meine Frau für das Fotografieren des Bildes
„Der Mann und sein MonoPod“ :)


Panoramabilder vom MonoPod mit der Fuji X-T2: Meine Conclusio
Im Vergleich zum verkauften Nikon-Equipment muss ich, meinem Empfinden nach, keine Einbußen in der Bildqualität der fertigen Panoramen hinnehmen. Der X-Trans CMOS III Sensor der Fuji X-T2 erledigt seinen Job nämlich sehr gut. Die Fuji X-T2 ist leichter und kleiner als die Nikon D800, das Samyang 8mm Fischauge ist leichter und kleiner als das Nikon 10.5 mm Fischauge. Über die Tatsache, mit dem Fuji-Equipment mehr Einzelbilder fotografieren zu müssen, kann ich hinwegsehen. Das Thema mit den Lensflares kann durch geschicktes Aufnehmen der Einzelbilder in Richtung Sonne minimiert werden.

Rein von den Zahlen her, liegt das Nikon-Equipment knap mit Drei zu Zwei vor dem Fuji-Equipment. Die Nachteile des Fuji-Equipments sind aus meiner Sicht im „täglichen Gebrauch“ tolerierbar und zu vernachlässigen.

Ich höre manche Leser schon unken: „Der Lichtträumer, der redet sich sein Fuji-Equipment doch gerade schön!
Tue ich das? Vielleicht. Zumindest ein wenig.

Trotzdem war der Verkauf des Nikon-Equipments richtig und ich möchte meine „Fuji-Mädels“ nicht mehr missen. Und vielleicht bringt es Fuji ja auch mal auf die Reihe, ein Fujinion Fischauge auf den Markt zu bringen, welches mehr Abbildungsleistung und Qualität als das Samyang 8mm Fischauge bietet. Who knows.

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2 Kommentare
  1. Henrik sagte:

    Mir sind 6 Einzelaufnahmen zu fummelig. Gut, wernn es ein Kunde sehen will, dann sind mehr Einzelbilder für bessere Auflösung sicherlich besser. Soll es schneller gehen:
    Wie schon vor 2 Jahren im Kommentar von mir hier ( https://blog.lichttraeumer.de/panoramafotografie-fuji-x-t1-samyang8mm-teil-2/ ) geschrieben: Das 7.5er Samyang für MFT per Umbaukit auf Fuji oder Sony Bajonett umrüsten, und dann kann man mit 4 Einzelaufnahmen bereits was zusammenbasteln.
    Oder: Das Meike 6.5mm ist ein tolles zirkulares APSC Fischauge (gibt’s mittlerweile auch einen Adapterring für) und kostet 150 Euro.
    Derzeit ist bei mir der Enthusiasmus für die Panofotografie leider ein bissel abgeebbt und begnüfge mich immer mehr mit einer superkompakten One Shot Lösung. Die Insta360 One ist eine winzige Panokamera und macht sogar DNG (auch wenn ich da noch am Workflow bastel, um das sinnvoll verwerten zu können): Für einen Kunden wird es nicht reichen, aber für die 360 Grad Erinnerung taugt es allemal…

    Antworten
    • Martin Wolfert sagte:

      Hallo Henrik,
      danke für deinen Kommentar. Ich habe mir die Ausführungen von Herrn Hopf von PT4Pano zum Meike Fischauge (http://pt4pano.com/blog/2017/neue-fisheyes-fuer-spiegellose-systemkameras) durchgelesen, und entschieden dass das Objektiv nichts für mich ist. Wenn ich mir die Mühe mache, ein Stativ und einen Slant mitzunehmen, dann möchte ich auch ein gutes Ergebnis erzielen. Herr Hopf schreibt, dass durch die starke Randkompression besser 5 oder 6 Bilder mit dem Meike zu machen sind. Da bleibe ich lieber beim Samyang 8mm :) Das mit dem 7.5-er Samyang mit Umbau auf Fuji muss ich mal recherchieren …
      Viele Grüße,
      Martin

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