Produkttest – Minolta MD Rokkor-X 50mm F/1.4 vintage Objektiv für Fujifilm X-T1

Oldie but goldie …

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An dieser Stelle muss ich einfach mal gestehen: ich bin ein großer Fan von Festbrennweiten mit Lichtpotential. Damit meine ich Objektive die mindestens eine Blende von F/1.8 anbieten.

Prolog zum Produkttest des Minolta 50mm F/1.4 Objektives: Bisher hatte ich für meine Fuji X-T1 eher weitwinklige Objektive,  so dass der Wunsch nach ein klein wenig Telebrennweite sich spätestens nach meinem Projekt mit dem Artrium Hamburg manifestierte.

So weit so gut: Der Blick auf das Fujinion XF 56mm F/1.2 R (APD) weckt auf jeden Fall das „habenwollen Gen“ in mir. Der Blick auf den von Fuji aufgerufenen Preis von knapp € 1.000 für das F/1.2 R und knapp € 1.300 für die APD Variante lässt meinen Geldbeutel jedoch sehr schnell und sehr tief in der Hosentasche verschwinden.
Eine Alternative zum Fujinion 56mm Objektiv ist sicherlich das Samyang 50mm F/1.2 ED AS UMC CS. Mit einem Strassenpreis von knapp € 500.- wäre die Linse jedenfalls deutlich realistischer für meinen Geldbeutel, und der verlinkte Produkttest zeigt ja auch deutlich die Möglichkeiten des Samyang 50mm auf.

Ich weiß nicht mehr wie ich Jonas Dyhr Rask’s Blog gefunden habe, vielleicht weil er offizieller Fujifilm Fotograf ist, keine Ahnung. Jedenfalls war sein Artikel über die Fuji X-T1 und vintage Objektive der Startschuss, mich dieser Thematik anzunehmen.
Das Ergebnis ist eine weitere Alternative zu den original Fujinion Objektiven: Das Minolta MD Rokkor-X 50mm F/1.4.

Das Minolta 50mm MD Rokkor F/1.4 – technische Informationen

Generelle Informationen:

Die Minolta MD Rokkor-X F/1.4 Objektive werden seit 1973 gebaut, und man muss ein wenig recherchieren um herauszufinden, welche Version und welche Bauart man nun besitzt.
Aufgrund der Seriennummer meines Objektives (3131152) und den Informationen auf den offiziellen Seiten von Minolta kann man annehmen, das das Objektiv aus den späten 1970-er Jahren stammt. Insgesamt wurde diese Art Objektiv mit einer „MD-I oder MD-II“ Fassung zwischen 1977 und 1981 gebaut.

Zieht man die Webseite von Stephan Koelliker und Tobias Bruderer „Artaphot“ als Quelle hinzu, dann besitzt „mein“ Minolta Objektiv, sieben Linsen, in fünf Gliedern zusammengefasst.
In diesem Beitrag kann man auch einer interessanten Diskussion, zitiert aus dem Minolta Fotoforum, über die Qualität der verschiedenen Objektiv-Varianten verfolgen.
Daraus lässt sich ableiten, dass alle Objektiv-Varianten des Minolta 50mm F/1.4 eigentlich eine identische Abbildungsleistung besitzen und die Unterschiede eher marginal sind.

Das Minolta 50mm ist ein KB Objektiv, mit dem Verlängerungsfaktor der Fuji X-T1 erhält man mit 75mm eine leichte Telebrennweite.

Haptik des Minolta 50mm F/1.4 Objektives:

Die Linse ist ein echter Handschmeichler, ein haptisches Highlight: bis auf den Objektivring mit der Typenbezeichnung und dem Blendenring, ist der Objektivkörper komplett aus Metall gefertigt. Der Blendenring rastet deutlich, jedoch nicht zu hart ein, der Fokussierring läuft sehr cremig und weit, damit macht manuelles Fokussieren eine Menge Spaß. Das Objektiv wiegt 245 Gramm; man hat damit „was in der Hand“, ohne dass das Objektiv an der Fuji X-T1 zu schwer wäre.

Minolta MD-Rokkor-X 50mm F/1.4 – technischer Details

  • Brennweite: 50mm
  • Sensor: KB
  • Blendenbereich: F/1.4 – F/16
  • Autofokus: kein Autofokus
  • Linsen/Gruppen: 7/5
  • Naheinstellgrenze: 0,45m
  • Filtergewinde: Ø 55mm
  • Länge: 40mm
  • Gewicht: 245 g
  • Strassenpreis: variiert je nach Bezugsquelle (in meinem Fall € 99.- via Ebay)

Das Minolta 50mm MD Rokkor F/1.4 – Anschluß an der Fuji X-T1

Vintage Objektive besitzen in der Regel kein Fuji-X Bajonett, und auch das Auflagemaß ist eher unpassend für Fuji-Kameras. So bedarf es eines Adapters, um diese Objektive an einer Fuji anzuflanschen.
Die Auswahl an Objektivadaptern ist ebenso mannigfaltig wie deren Preis und der dazu passenden Qualität.

Und: Sorry, wenn ich damit dem ein oder anderen „günstigen“ Hersteller auf den Schlips treten sollte: Lieber Hersteller, das ist durchaus meine Absicht, da ich nun mal der Meinung bin, dass gute Qualität einfach ihren Preis hat.

Es nutzt mir nichts, auf einen Fuji X-T1 Body einen „Zehn Dollar Objektivadapter“ vom Chinamann zu schrauben, der aufgrund unzureichender Toleranzmaße Licht einfallen lässt, oder mir im Worst-Case auch noch meinen Bajonett-Anschluß ruiniert.
Auf jeden Fall werde ich versuchen, von Hersteller wertigeren Objektivadaptern, z.B. Metaboles oder Fotodiox Testexemplare zu bekommen, um einen objektiveren Testbericht, inclusive des hier erwähnten Novoflex-Adapter,  zu verfassen.

Ich habe mich über viele Tage hinweg durch Foren und Webseiten gewühlt. Dabei durfte ich Meinungen und Test zu diversesten Adaptern lesen und für mich bewerten, um mich schlussendlich der wertigen Arbeit von Novoflex zu bedienen.
Auch wenn der Novoflex FUX/MIN-MD Adapter im Original € 119.- kostet, ist das ein veritabler Preis für ein technisch hochwertiges Produkt.

Vor allem: der Adapter ist Schwarz, mit dezenter weißer Schrift, der möchte sich nicht mit „optischen Raffinessen“ in der Vordergrund spielen. Da tun sich bei manch anderem Adapterhersteller wahrlich tiefe farbtechnische Abgründe auf :)

Man mag es das Glück des (Recherche) Tüchtigen nennen, habe ich in der Bucht doch ein Ausstellungsstück eines FUX/MIN-MD Adapters für € 79.- ersteigern können.

Das Minolta 50mm MD Rokkor F/1.4 in der Praxis

Da ich ein praktisch veranlagter Mensch bin, habe ich einfach das diesjährige Teamevent (rüberwink an die Kollegen) dazu genutzt, einige Bilder zu schiessen.
Alle folgenden Bilder wurden mit offener Blende fotografiert, und mit Lightroom / Photoshop nur moderat nachbearbeitet.

Das Minolta 50mm MD Rokkor F/1.4 – meine Conclusio

Das Minolta 50mm ist meiner Meinung nach mehr als nur eine Alternative zum originalen von Fuji 56mm F/1.2 und dem Samyang 50mm F/1.2.
Ok, man „verliert“ eine Blende (auch in den Exif Daten), das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau. Und ja: Im Vergleich zu den originalen Objektiven von Fuji hat man auch keinen Autofokus.

Auf der anderen Seite zeigt mein Produkttest des Samyang 50mm deutlich, dass es auch in der Portraitfotografie nicht zwingend eines Autofokus bedarf. Ausser für die Sportfotografie finde ich diesen eher überbewertet, sofern die Kamera irgendeine Art von Fokus-Peaking oder gar einen Schnittbildindikator anbietet.

Das hier getestete Objektiv muss den Vergleich mit dem Original nicht scheuen, im Gegenteil: alte „vintage“ Linsen bringen ihren eigenen Charakter mit. Sie erzeugen Bildlooks, Flares und ein Bokeh, die viele moderne Linsen nicht drauf haben, und die man in Photoshop mühsam nachbauen muss.

Aus meiner Sicht kann ich nur jedem Fuji-Kollegen raten sich mit dem Thema der vintage Linsen auseinander zusetzen, und sich eines dieser vergessenen Schätzchen zu kaufen um viel Spaß damit zu haben.

Daher erhalten das Minolta MD Rokkor-X 50mm F/1.4 als auch der Novoflex FUX/MIN-MD Adapter eine klare Kaufempfehlung.

2 Kommentare
  1. Stephan
    Stephan says:

    Moin.
    Ja, die Minolta Gläser sind schon schön. Sie erleben an meiner Fuji auch ein bisschen die digitale Welt (sofern sie nicht an der Minolta X700 „kleben“). Ich habe leider „nur“ die 1.8er Variante, aber die ist auch sehr schön und gerade die Brennweite ist mit 75mm schon interessant.
    Gruß von der Ostsee

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Arbeit mit Vintage-Linsen, adaptiert an meiner Fuji X-T1 sein. Bisher habe ich lediglich mit dem Minolta MD Rokkor-X 50mm F/1.4 und dem Soligor 35mm C/D F/2.0 auf meiner Fuji gearbeitet. Für die Zukunft plane ich, mir […]

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