Reisebericht in drei Teilen: Von Karlsruhe nach Südfrankreich und wieder zurück

Zweiter Teil: Bormes-les-Mimosas – Saint-Tropez – Port-Grimaud – Ramatuelle – Hyeres

bormes-les-mimosas_header

Was erwartet dich hier? Eine kurze Übersicht

In diesem Teil unseres Reiseberichtes stellen wir dir die, unserer Meinung nach, schönsten Stellen unseres Ferienortes Bormes-les-Mimosas vor. Du erfährst auch, in welchem Lokal du dort romantisch und sehr lecker essen kannst. Wir berichten dir auch von unseren Ausflügen nach Ramatuelle, Saint Tropez, Port-Grimaud und Hyères.

Insbesondere zwei dieser Orte erwecken in mir viele schöne Kindheitserinnerungen: Schon 1971 saß ich, Eis schleckend, am Kai in Saint-Tropez und in Ramatuelle mit einem „Menthe-Schorle“ in der Hand mit Blick auf die steinalte Ulme am Place de l’Ormeau. So war es spannend diesen Erinnerungen wieder zu begegnen und diese mit meiner Frau zu teilen.
Wie siehst du heute, 46 Jahre später aus, du Saint Tropez und du Ramatuelle? Ich bin seitdem grauer geworden, fülliger, reifer und vielleicht weiser. Und ihr zwei?


Da Rosalie, meine Frau, inzwischen Fotografieren gelernt hat, sind auch Bilder von ihr in unseren Reiseberichten zu finden. Die hier gezeigten Bilder wurden ausnahmslos mit Fuji-Equipment, sprich Fuji X-T1 respektive Fuji X-T2, fotografiert.

Nun viel Spaß beim Lesen des zweiten Teiles der Trilogie: Bormes-les-Mimosas – Ramatuelle – Saint Tropez – Hyeres

Bormes-les-Mimosas – Ein kleines Städtchen mit typisch provenzalischem Flair

Unsere Ferienwohnung in Bormes-les-Mimosas lag auf dem weitläufigen, als „privat“ bezeichneten Areal „Lei Roucas Ou Souleou“ am Berghang über der eigentlichen Stadt. Dort befinden sich auschließlich kleinere und auch größere Villen. Jede mit Pool und einer traumhaften Aussicht auf die umgebende provenzalische Landschaft und das Meer. Was soll ich sagen: wir haben uns über die Augen gewischt und die Adresse zweimal überprüft, ob wir auch richtig waren. Wir waren :)
Der großzügige Garten unserer Ferienwohnung bot Mimosen, Oleanderhecken, Feigenkaktusse, Zitronenbäume und Agaven reichlich Platz: Einfach ein traumhafter Ort um eine Woche im September Urlaub zu machen.


Bormes-les-Mimosas liegt im Departement Var, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und war wohl schon zu keltischer Zeit besiedelt. Erstmals erwähnt wurde das Städchen im Jahre 1056. In seiner wechselvollen Geschichte wurde Bormes-les-Mimosas von Sarazenen, Korsaren und Spaniern überrannt. Heute sind es die Touristen in den Sommermonaten. Während unserer Urlaubswoche im September war die Fülle an Touristen jedoch angenehm überschaubar.

Bormes-les-Mimosas hat seinen Zusatznamen „les-Mimosas“ Ende der 1960-er Jahre durch die Mimose (eine Akazienart) bekommen. Diese wurde von Napoleon dem Dritten im 19. Jahrhundert aus Mexico mitgebracht und wird seit dem in Bormes-les-Mimosas kultiviert. Die Stadt ist auch Ausgangspunkt der 130 km langen Mimosenstrasse „La Route du Mimose“.

Die mittelalterliche Altstadt von Bormes-les-Mimosas schmiegt sich eng an die zum Teil steilen Hügel über dem Meer an. In den eng gewundenen, mittelalterlichen Gassen lässt es sich trefflich flanieren: kleine Geschäfte, Bistros, Restaurants und touristische Angebote umgeben sich mit einer Fülle von Pflanzen und Düften: So wirkt das Städtchen an manchen Stellen eher wie ein botanischer Garten. Durch den landestypischen Baustil, die mediterranen Farben und Pflanzen präsentiert sich Bormes-les-Mimosas in einem unverwechselbaren provenzalisch-mediterranen Flair. Der Weg zur Burgruine, die über Bornes-les-Mimosas thront, lohnt übrigens nur der tollen Aussicht wegen.

Zwei ganzjährige Märkte laden zum Schlendern, Probieren und Kaufen ein. Ein Fest für die Sinne. Wir haben uns Mittwochs auf dem Markt „Au Village“ auf dem Place de Francois verführen lassen.


In direkter Nachbarschaft von Bormes-les-Mimosas findest du die deutlich pulsierendere Gemeinde „Le Lavendou“mit einer, für die Côte d’Azur typische Strandpromenade: Restaurants, Bars, Geschäfte für touristischen Nippes und viele Eisdielen. Gerne hätten wir das lecker aussehende Eis probiert, aber € 2,50 für eine Kugel war uns dann doch zuviel an touristischem Aufschlag.
Dafür haben wir uns viel Zeit genommen, die vielen Boule spielenden Menschen und eine kleine Karawane von Oldtimer-Besitzern zu betrachten und zu fotografieren.

Bormes-les-Mimosas – Ein wildromantischer kulinarischer Tipp

Der Süden Frankreichs ist natürlich auch für gutes Essen bekannt. Einen ganz besonderen kulinarischen Tipp haben wir eher zufällig beim Schlendern in den Gassen von Bormes-les-Mimosas entdeckt: Das „Lou Portaou„. Das Lou Portaou bezeichnet sich selbst als „Restaurant provençal aus coeur du village“ – „Ein provenzalisches Restaurant im Herzen des Dorfes“. Diese Beschreibung kommt eher bescheiden daher. Es fällt uns gar nicht so einfach, dir dieses Restaurant mit Worten zu beschreiben. Wir zählen einfach mal auf was uns dazu einfällt: rustikal-romantisch – stimmungsvoll – sehr besonders – charmant – mit eigenem Stil- malerisch. Das Lou Portaou befindet sich unter den mittelalterlichen Bögen eines Stadttores aus dem zwölften Jahrhundert. Die alte Bausubstanz erzeugt einen ganz eigenen Charme, der schon am Tage sehr stimmungsvoll ist. Sobald jedoch die Dämmerung einbricht und es dunkel wird, ist das Restaurant ein wildromantischer Ort in den man sich einfach verlieben muss.

Wir hatten ein Menü für Zwei bestellt und waren mit der Qualität der Speisen zufrieden. Das Preis- Leistungsverhältnis war noch ok. Der Garçon hatte schon nach dem ersten Satz mein unperfektes Französisch erkannt und wechselte auf die englische Sprache. Ein in Frankreich eher untypisches Verhalten :)
Das Lou Portaou ist aus unserer Sicht ein typisch südfranzösisches Lokal: Sehr viel Charme und Ausdruck mit einer gewissen Patina und eine Aura, die natürlich von sich selbst weiß, nicht perfekt zu sein. Dies aber auch nicht als Anspruch hat.

By the way: eine Reservation hilft ungemein um am Abend einen Platz zu bekommen!

Erste Tagestour: Ramatuelle – Saint Tropez – Port Grimaud

Erster Stop in Ramatuelle:
An die kleine Nachbargemeinde im Hinterland von Saint-Tropez habe ich drei eindeutige Kindheitserinnerungen:

  • Noch heute lasse ich mich zu der Aussage hinreißen, dass es dort das beste Weißbrot in Frankreich gäbe. Sicherlich ist diese Aussage der Tatsache geschuldet in Ramatuelle 1971 mein erstes französisches Weißbrot überhaupt gegessen zu haben.
  • Dann erinnere ich mich noch sehr gut an die uralte Ulme aus dem 17. Jahrundert auf der Place de l’Ormeau. Leider musste die betagte Dame vor einigen Jahren durch einen Olivenbaum ersetzt werden
  • Im Café de l’Ormeau habe ich seinerzeit auch mein erstes „Menthe-Schorle“ getrunken. Heute würde ich vermuten, meine Eltern danach über längere Zeit damit genervt zu haben, immer das Menthe-Konzentrat in der damals typischen Metallflasche zu kaufen. Und nerven konnte ich echt gut.

Ramatuelle ist eine mittelalterliche Gemeinde, deren engen, pittoresken Gassen sich spiralförmig, vorbei an romantschen Ecken und kleinen Plätzen, zum höchsten Punkt einer Anhöhe hinaufwinden. In der Gasse „Rue des Amoureux“ – „Straße der Verliebten“ findet sich, romantisch hinter einer Bougainville-Hecke versteckt der „Temple de la Savonnerie“ – der Tempel der Seifen. Assoziierst du den Begriff „Tempel“ nicht mit „Größe“, sondern mit  „Der Seife und deren Düfte gewidmetes Gebäude“, dann kommst du dort voll auf deine Kosten. Du wirst die Savonnerie lange vorher riechen, ehe du sie siehst.

Ein kurzer Abstecher zu den nur wenige Kilometer von Ramatuelle entfernten „Moulins de Paillas“  –   „Windmühlen von Paillas“ lohnt durchaus. Eine der Windmühlen aus dem 18. Jahrhundert wurde inzwischen renoviert. Die dorthin führende kleine Straße bietet dir spektakuläre Aussichten auf die umgebende Landschaft und die Küste. Aber Achtung: Fährst du auf der Talseite dieser Straße, solltest du genau wissen wo dein Auto aufhört.


Zweiter Stop in Saint-Tropez:
Saint Tropez ist ein kleiner Hafenort an der Côte d’Azur. Bekannt wurde Saint-Tropez ab den 1950-er Jahren, als sich Künstler und die „High Society“ dort präsentierten und auch niedergelassen haben. Du verbindest sicherlich Namen wie z.B. Brigitte Bardot (die noch heute dort lebt) oder Louis de Funès (Der Gendarm von Saint-Tropez) damit.

Heute ist Saint-Tropez als Ort zum Shoppen eher ein Platz für die Schönen und Reichen und die Art von Touristen, die gerne so sein möchten, die „gerne sehen und gesehen werden“. Aus meiner Sicht ist der Charme der frühen Jahre bereits versprüht, der Lack ab. Auch die wirklich großen Motor-Jachten oder Windjammer „von früher“ findet man dort heutzutage eher selten.

Unser Besuch in Saint-Tropez sollte den Erinnerungen an meine Kindheit begegnen und  diese meiner Frau näherbringen. Grundsätzlich ist Saint-Tropez jedoch kein Ort, der normalerweise auf unserer Urlaubsliste stehen würde: Die Stadt ist auch noch im September mit zu vielen Autos und Besuchern regelrecht verstopft.

Neben der Erinnerung in Saint-Tropez im Yachthafen bereits als Kind ein Softeis gegessen zu haben war mir nur noch ein Bild in Erinnerung: der Strandabschnitt direkt hinter dem Yachthafen. Dort wo ockerfarbene Häuser direkt am Meer stehen. Was soll ich sagen: diese paar hundert Meter Küste und Häuser sehen heute noch genauso aus wie damals vor 46 Jahren. Auch in manchen Gassen von Saint-Tropez konnte ich ab und zu eine Erinnerung an früher erhaschen.


Dritter Stop in Port Grimaud:
Die private Touristensiedlung Port-Grimaus an der Côte d’Azur wurde als moderne Planstadt in den 1960-er Jahren nach dem Vorbild von Venedig auf dem Reißbrett entworfen und wird oftmals als das „Venedig der Côte d’Azur“ bezeichnet. Der riesige Parkplatz direkt an der Avenue de la Mer lässt erahnen, wie viel tausend Touristen den Ort in der Hauptsaison überrennen. Da die wenigsten der Landzungen mit Brücken überspannt sind, lässt sich die Stadt am besten mit einer Bootsrundfahrt erkunden. Das ist auch gemütlicher als alles zu Fuß zu erkunden. Elf Euro für eine 45-minütige Rundfahrt geht gerade noch in Ordnung.

Die Rundfahrt führt dich durch die Kanäle, vorbei an den Häusern der Einwohner von Port Grimaud. Vor deren Haustüre findest du keinen repräsentativen PKW, sondern ein repräsentatives Boot, oder gar eine Yacht.

Port Grimaud ist hübsch anzusehen und versprüht vor allem in der Dämmerung und in der Nacht den eigenen Flair einer recht jungen südfranzösischen Gemeinde. Um mit Saint-Tropez oder gar Venedig mithalten zu können, fehlt dem Örtchen definitiv eine gewisse Patina und vor allem eine Geschichte.

Auch hier unsere Meinung: Im September ist die Fülle an Menschen zu ertragen und ein kurzer Besuch sicherlich kein Fehler. In der Hochsaison muss man jedoch Menschenmassen lieben um Port-Grimaud zu besuchen und genießen zu können.

Zweite Tagestour: Hyères

Bisher kannte ich in Hyères nur den Hafen um mit der Fähre auf eine der vorgelagerten Inseln Île de Porquerolles, Île de Port Cross und Île du Levant zu kommen. Daher bin ich froh, meine Eindrücke von Hyères diesen September ein wenig vervollständigen zu können.

Hyères besitzt einen modernen, pulsierenden Teil, der mit breiten Boulevards und auch bei uns bekannten Geschäften und Nobelmarken stets auf Kundenfang ist. Glücklicherweise aber auch auch eine „gemütlichere“ sehr gut erhaltene Altstadt.
Dort sind die engen, mittelaterlichen Gassen sind mit hübschen Geschäften, kleinen Restaurants, Bars und Cafés verziert, die sowohl den Einheimischen als auch den Touristen einen bunten Blumenstrauß an Einkaufsmöglichkeiten und Ruheoasen bieten.

Das Restaurant / Café „Le Bon Coing“ liegt direkt gegenüber des alten Temperturmes – „Tour des Templiers“ am Place Massillon. Dort haben wir nach dem Erkunden der malerischen Gassen eine Pause eingelegt, und bei einem leckeren Cappuchino das rege Treiben auf dem Platz genossen

Unser nächstes Ziel war das Chateau d’Hyères, das hoch über der Stadt auf dem „Colline du Castéo“ thront. Der Weg auf den „Colline du Castéo“ führt dich durch enge, kopfsteingepflasterte Gassen zum Teil recht steil nach oben. Leider ist von dem Chateau d’Hyères nicht mehr sehr viel an Bausubstanz erhalten. Der Weg bis an die Spitze einer Aussichtsplattform lohnt sich jedoch definitiv, bieten sich dir doch spektakuläre Ausblicke in Richtung Meer, als auch ins provenzalische Hinterland von Hyères.


Ich hoffe der zweite Teil unserer Trilogie hat dir gefallen und du freust dich schon auf den dritten Teil.
Den ersten Teil unseres Reiseberichtes findest du hier mit einem Klick.

0 Kommentare

Hinterlasse mir einen Kommentar ...

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.