Reisebericht in drei Teilen: Von Karlsruhe nach Südfrankreich und wieder zurück

Teil Drei: Die Camargue und der Holzcaravan

camarque-header

Was erwartet dich hier? Eine kurze Übersicht

In diesem dritten und letzten Teil unseres Reisberichtes entführen wir dich in die Camargue, in die Nähe von Saintes-Maries-de-la-Mer. Du bekommst einen echt abgefahrenen Tipp, am Busen der Natur zu übernachten und dich kulinarisch auf hohem Niveau verwöhnen zu lassen: Glamping pur. Neben einer Stipvisite nach „Saintes-Maries“ findest du auch Informationen zum Vogelpark „Ornithological Park of Ponte de Gau“.

Da Rosalie, meine Frau, inzwischen Fotografieren gelernt hat, sind auch Bilder von ihr in unseren Reiseberichten zu finden. Die hier gezeigten Bilder wurden ausnahmslos mit Fuji-Equipment, sprich Fuji X-T1 respektive Fuji X-T2, fotografiert.

Nun viel Spaß beim Lesen des dritten Teiles der Trilogie: Die Camargue und der Holzcaravan.

Die Camargue – ein ganz besonderes Fleckchen Erde

Du kennst die Camargue sicherlich als topfebene, sumpfige Landschaft, durchzogen von Kanälen und Feuchtgebieten, deren Ufer mit Schilf bewachsen sind. Die Flora in der Camargue kommt eher bescheiden daher, da der Salzgehalt des Bodens doch recht hoch, oder komplett mit Wasser bedeckt ist. Der sehr leckere Camargue-Reis gedeiht in solch einer Umgebung übrigens prächtig. Charakteristisch für die Camargue sind auch:

  •  weiße Camargue-Pferde
  • Flamingos
  • schwarze Stiere

Letztere haben wir nur einmal ganz kurz aus der Ferne gesehen. Somit findest du hier „nur“ Bilder von weißen Pferden, Flamingos und der Landschaft.


Flamingos gibt es in der Camargue quasi an jeder Ecke. So richtig nahe gekommen sind wir den rosa gefärbten Vögeln jedoch nur im Vogelpark „Ornithological Park of Ponte de Gau“. Der Ponte de Gau liegt an der D570, nur wenige Kilometer nördlich von Saintes-Maries-de-la-Mer, direkt neben dem Etang de Giniés. Dort bilden sich die unterschiedlichen Landschaften der Camargue komprimiert im Kleinen ab: Salzmarschen wechseln sich mit Schilfgürteln, Teichen und sumpfigen Gebieten ab. Auf unterschiedlich langen Rundwegen kommst du diversen Vogelarten, inclusive natürlich der rosa Flamingos, bis auf wenige Meter sehr nahe. Der Park ist im Übrigen ganzjährig geöffnet.

Wir waren auch abseits des Parks in der Natur unterwegs – vorbei an Salzmarschen in Richtung Flamingos und dem Wasser. Einige der Bilder wirken eher wie eine Fata-Morgana in der Wüste fotografiert und irgendwie unwirklich in einem Gebiet wie der Camargue. Ich war vor circa 40 Jahren als Teenie schon einmal dort und erinnere mich an sehr viel mehr Grün und Wasser. Ich bin mir sicher, dass der weltweite Klimawandel auch in der Camargue deutlich spürbar ist.

Übernachten im Holzcaravan – Glamping am vier Sterne Anwesen Mas de Calabrun

Eine ganz besondere Möglichkeit der Übernachtung bietet die vier Sterne Anlage Mas de Calabrun. Nur wenige Kilometer von Saintes-Maries-de-la-Mer entfernt kannst du nicht nur in gemütlichen Zimmern übernachten, sondern auch in einem Caravan aus Holz „glampen“. Etwas zurückversetzt von den Zimmern und einem Pool stehen drei Caravans aus Holz direkt neben einer Pferdekoppel, umrahmt von Schilf und einem kleinen Flüsschen. Wirklich sehr idyllisch!

Unser Holzcaravan war, wie ein normales Hotelzimmer, komplett mit einem Fernseher, einer Minibar, Dusche und WC ausgestattet. Als „Zugabe“ war die Decke unseres Holzcaravans mit einem Sternenhimmel aus vielen kleinen LED-Lämpchen bestückt.
Schon bei der Buchung bei Booking.com (Affiliate Link)  hatte ich gesehen, dass es im Mas de Calabrun einen Holzcaravan ganz in Pink gab. Was soll ich sagen: Pink ist so gar nicht meine Farbe. Dreimal darfst du raten, welchen der drei Holzcaravans wir bekommen haben?  Na klar, den Pinken.

Abseits der Farbe war das Bett sehr bequem, Dusche und WC waren penibel sauber. Daumen hoch.  Der Clou: die Pferde waren auch in der Nacht auf der Koppel zu hören, sodass wir inmitten dieser tierischen Gesellschaft sehr gut geschlafen haben. Völlig entgegen unserer Erwartung gab es dort keinerlei Schnaken. Der Preis von 129 € für eine Übernachtung zu Zweit geht in Ordnung.


Im Mas de Calabrun kommst du aber auch kulinarisch auf deine Kosten. Das angeschlossene Restaurant La Coursejade ist sehr hübsch im Stil einer Finka eingerichtet. Im Angebot findest du regionale Spezialitäten, die sich in Menüpreisen zwischen 29  € und 39 € bewegen. Eine feste Speisekarte gibt es nicht, da die Zutaten täglich frisch auf regionalen Märkten eingekauft werden. Das Restaurant La Coursejade wird nicht nur im Guide Michelin gelistet, sondern wurde in diesem Jahr auch als  „Gault & Millau Restaurant“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung kommt nicht von ungefähr: das von uns ausgewählte Menü war mit 32 € pro Nase nicht überzogen. Das Frühstück am anderen Morgen stand der Qualität des Abendessens in nichts nach.

Wir können dir den Aufenthalt im Mas de Calabrun, das angeschlossene Restaurant und die Übernachtung in einem der Holzcaravans nur wärmstens empfehlen.

Kurzbesuch in Saintes-Maries-de-la-Mer

Saintes-Maries-de-la-Mer, kurz „Saintes-Maries“ ist ein internationaler Wallfahrtsort, der jährlich Tausende von Pilgern anzieht. So hat sich das Städtchen auf den Tourismus konzentriert, entsprechend sind die Angebote auf den Plätzen und in den Gässchen. Das Naturschutzgebiet rund um Saintes-Maries zählt auch in Frankreich zu den am dünnsten besiedelten Landstrichen. Das ändert sich jedes Jahr vor allem am 24. und 25. Mai, aber auch Ende Oktober, wenn dort die verschiedenen Heiligen verehrt werden.

Trotz der Fülle an Menschen, die sich auch noch im September in Saintes-Maries aufhalten, laden die Gassen mit typisch mediterranen Farben und Gerüchen durchaus zu einem Kurzbesuch ein. Negativ aufgefallen sind uns die vielen, wirklich penetrant bettelnden (roma-stämmigen?) Frauen. Ein besonderes Highlight war hingegen die himmelblaue „Mädchen Harley-Davidson“ an der Strandpromenade. Es war nett das Städtchen gesehen zu haben, wiederkommen müssen wir aus unserer weltlich geprägten Sichtweise jedoch nicht.

Von Karlsruhe nach Südfrankreich und wieder zurück – Conclusio und Ausblick

Ja du hast Recht: Nur eine Woche für einen Trip in die Côte d’Azur, die Provence und die Camargue einzuplanen ist natürlich viel zu kurz. Aber:

  • finanzielle Mittel sind endlich
  • wir wollten primär sehen, ob wie es dort nach 46 Jahren Pause aussieht
  • wie die Gegend meiner Frau gefällt

Nach einer Woche intensiver Erlebnisse haben wir beschlossen: Wir kommen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder, dann aber für zwei Wochen. Im nächsten Jahr liebäugeln wir mit einem Ferienhaus im Luberon in der Nähe von Ménerbes. Durch die zentrale Lage wären Ausflüge zu den berühmten Ockerfelsen, nach Avignon, Orange, Aix-em-Provence, Saint-Rémy-de-Provence, Glanum und zum Mont Ventoux ohne lange Anfahrtswege möglich.

In diesen zwei Wochen möchten wir Land und Leute intensiv genießen – vielleicht auch auf den Spuren von Cézanne, Van Gogh, Picasso und Gauguin das Licht der Provence genießen und fotografisch festhalten.

1 Antwort
  1. Die Welt in 360 Grad
    Die Welt in 360 Grad says:

    Hallo Martin,
    ich habe deine Erzählung gespannt gelesen, als würde ich einen Roman lesen.
    Ich bin von dem Comfort und der Landschaft die du hier bildlich und via Text geschildert hast erstaunt und hätte das von der Region auch so nicht erwartet.
    Ich habe mir den Hotel-Tipp verinnerlicht, vielleicht zieht es mich ja in die Gegend.
    Vielen Dank für den tollen Beitrag :)

    Antworten
    • Martin Wolfert
      Martin Wolfert says:

      Hallo MK,
      danke für die Blumen für mein Geschreibsel. Schreiben ist für mich viel mehr Arbeit als die Fotografie.
      Daher tut es gut, auch mal ein Lob fürs Texten zu bekommen.

      Viele Grüße,
      Martin

Hinterlasse mir einen Kommentar ...

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.