Reisebericht in drei Teilen: Von Karlsruhe nach Südfrankreich und wieder zurück

Erster Teil: Karlsruhe – Schweiz – Annecy – Route Napoleon – Bormes-les-Mimosas

annecy-header

Was erwartet dich? Eine kurze Übersicht

Von Karlsruhe nach Südfrankreich, genauer gesagt nach Bormes-les-Mimosas in der Region Provence-Aples- Côte d’Azur, waren es auf der von uns geplanten Route für die Hinfahrt gut tausend Kilometer. Da der zweite Teil der Route über die Route Napoleon (N85) führen sollte, hatten wir in Annecy eine Übernachtung am Lac d’Annecy eingebaut um die doch anspruchsvolle Fahrt über die N85  bis ans Mittelmeer ausgeruht angehen zu können. Dort hatten wir für eine Woche in Bormes-les-Mimosas eine Ferienwohnung gemietet, und Ausflüge nach Saint Tropez, Port Grimaud, Hyeres und die Erkundung der näheren Umgebung geplant.

Die Rückreise nach Karlsruhe über das Rhonetal und die Schweiz war fast eben so lang. So hatten wir auch für die Rückreise einen Tag Pause eingeplant. Dafür hatten wir uns in einem Holzwagen inmitten in der Camargue, in der Nähe von Saints-Maries-de-la-Mer, eingemietet. Dort wollten wir die typische Flora und Fauna der Camargue genießen, ehe uns der Weg zurück über das Rhonetal und der Schweiz wieder nach Hause führen sollte.

Neben unseren Eindrücken der zweitausend Kilometer langen Reise, beinhaltet jeder der drei Blogposts natürlich auch kulinarische- und Übernachtungstipps. Da Rosalie, meine Frau, inzwischen Fotografieren gelernt hat, sind auch Bilder von ihr in unseren Reiseberichten zu finden. Die hier gezeigten Bilder wurden ausnahmslos mit Fuji-Equipment, sprich Fuji X-T1 respektive Fuji X-T2, fotografiert.

Nun viel Spaß beim Lesen des ersten Teiles der Trilogie: Karlsruhe – Schweiz – Annecy – Route Napoleon – Bormes-les-Mimosas

Von Karlsruhe über die Schweiz nach Annecy

Von Karlsruhe über die Schweiz nach Annecy führt der kürzeste Weg über die A5 nach Basel. Um dem unsäglichen Wahnsinn auf deutschen Autobahnen möglichst zu entgehen, fuhren wir gegen 08:30 in Karlsruhe los, um zwischen dem Berufsverkehr und der Mittagszeit den „sicheren Hafen“ Schweiz mit seinem 120-er Tempolimit zu erreichen. So fuhren wir dort in gemütlichem Tempo über traumhaft ausgebaute Autobahnen via Bern, vorbei am Lac de Neuchâtel, Lausanne und am Genfer See bis nach Annecy. Beim Tempo von 120 km/h kletterte die maximale Reichweitenanzeige im Display stetig nach oben, anstatt abzunehmen. Ein Schelm wer böses über ein Tempolimit oder vorausschauender Infrastukturplanung in Deutschland denkt.
Die vierzig Euro für die Vignette sind unserer Meinung nach auf jeden Fall sehr gut angelegtes Geld, suchen doch die schweizer Autobahnen und Tunnel ihresgleichen in Europa.

Zwischenstop in Annecy, dem Venedig der Alpen

Annecy ist die Hauptstadt des Départements „Haut-Savoie“ und wird in der Literatur oftmals als das „Venedig der Alpen“ bezeichnet. Auch wenn es in Annecy bei weitem nicht so viele Kanäle wie in Venedig gibt, so teilt sich der Fluß Thiou in der pittoresken Altstadt doch in einige Kanäle auf, die sich sanft um die Häuser und unter Brücken hindurch schlängeln. Vorbei an einer der Hauptattraktionen von Annecy, dem „Palais de l’Ile, mündet der Thiou im berühmten Lac d’Annecy. Du wirst beim gemütlichen Schlendern durch die Gassen von Annecy sicherlich genauso viel Freude haben wie wir und viele kleine Details entdecken können. Für uns ist Annecy jedenfalls eine der schönsten Städte, die wir je in Frankreich besuchen durften.

Die Auszeichnung zur „Alpenstadt des Jahres 2012“ kommt ja nicht von ungefähr:


Der Lac d’Annecy gehört sicherlich zu den schönsten Seen in Frankreich. Er vereint ein vielfältiges Angebot von Freizeitaktivitäten mit dem traumhaften Ambiente eines Alpensees.
Du kannst an den Stränden des Sees wunderbar ausspannen, oder dich aktiv an Wassersportarten wie Baden, Surfen, Segeln, Raften oder Rudern erfreuen. Magst du es etwas gemütlicher, so kannst du ein Tretboot mieten, oder den See mit einer kleinen Schiffstour erkunden. Auch Wander- und Radfreunde kommen auf den gut ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen um den Lac d’Anncy herum auf ihre Kosten. Da wir nicht so viel Zeit zur Verfügung hatten, konnten wir nur einen kleinen Teil des Seeufers erkunden:


Übernachten und Crêpes in Annecy:
Für die Übernachtung hatten wir uns in der Auberge de Letraz, einem drei Sterne-Hotel direkt am Lac d’Annecy, jedoch ein wenig außerhalb von Annecy, einquartiert. Unser Zimmer war einwandfrei sauber, komplett ausgestattet und das Bett sehr bequem. Leider hatten wir ein Zimmer „zur Waldseite“ hin bekommen. Schade nur, dass zwischen Wald und Hotel sich die doch recht befahrene D1508 in unmittelbarer Nähe befand. Das Frühstück am nächsten Morgen war ok, und wir sind satt geworden. Somit war die Übernachtung innerhalb unseres Rahmens „Nähe zur Autobahn bei maximalen Kosten für ein Doppelzimmer mit Frühstück von € 120.-“ in Ordnung.

Wir sind beide bekennende Fans von Galettes, das sind herzhafte Crêpes aus Buchweizenmehl, die somit auch für Menschen die glutenfrei Essen müssen geeignet sind.

Am frühen Nachmittag hat uns der Hunger mit Macht überfallen, so dass wir das erstbeste Lokal direkt am Hauptkanal des Thiou ausgesucht haben: Das „Quai Numero 10“ in der gleichnamigen Straße. Die Crêpes dort gehen mit einem recht guten Preis- Leistungsverhältnis in Ordnung, ohne jedoch hervorzustechen. Die Bedienung hätte sicherlich mehr Freundlichkeit und Engagement zeigen können. Bei schönem Wetter sitzt du im „Quai Numero 10“ mittendrin in der pittoresken und lebhaften Altstadt von Annecy.

Wärmstens ans Herz legen können wir dir das „Le Potron Minet“ in einer parallelen Gasse, 9 Rue Perriere, zum Hauptkanal in Annecy. Wir saßen dort unter den romantisch beleuchteten Arkaden des Lokals sehr viel freier als am Nachmittag im „Quai Numero 10“. Für den schon recht kühlen Septemberabend waren großzügig Gasheizstrahler aufgestellt, und jeder Stuhl mit einem weichen Kissen und einer warmen Decke bestückt. Die Bedienung war zu fortgeschrittener Zeit sehr aufmerksam und freundlich. Die bestellten Galettes waren der echte Knaller, äußerst Lecker und einen Tacken billiger als am Nachmittag. Bist du in Annecy, musst du auf jeden Fall dorthin essen gehen!

Von Annecy über die Route Napoleon nach Bormes-les-Mimosas

Einigermaßen ausgeschlafen gingen wir die Etappe von Annecy über die Route Napoleon zu unserem Ferienort Bormes-les-Mimosas“ an. Ein Blick in den Himmel verriet uns die Möglichkeit, dass Petrus uns, für die noch anstehenden gut vierhundert Kilometer, vielleicht nicht freundlich gesinnt sein würde. Dazu jedoch gleich mehr.

Die Strecke von Annecy auf der mautpflichtigen A41 über Chambéry nach Grenoble war problemlos bewältigt, so dass der Einstieg in die Route Napoleon kurz nach Grenoble recht schnell erreicht war. Da sich das Navigationsgerät in unserem Volvo vom sonst sehr hohen technischen Standard deutlich abgrenzt, mussten die wichtigsten Wegmarkierungen der Route Napoleon bis zum Ziel einzeln angegeben werden: La Mure – Gap – Sisteron – Dinge-les-Bains – Castellane – Grasse – Le Muy – danach über die mautpflichtigen Autobahnen A8 und A57 bis nach Bormes-les-Mimosas.

Inzwischen war Petrus wohl mächtig sauer auf uns: Die Wolken wurden immer dunkler und dichter. Eigentlich war der Plan, an den oben aufgeführten Wegmarkierungen auszusteigen, Pause zu machen und die landschaftlich fantastische Umgebung zu erkunden und zu fotografieren.
Eigentlich! Hatten wir doch die Ehre, den ersten Regentag nach über vier Monaten Trockenheit zu erwischen. So hatten wir die komplette Strecke mit Platzregen und Nebel zu kämpfen. An manchen Stellen hatten wir das Gefühl von der Straße gespült zu werden, respektive auf der Autobahn zu stehen, weil wir die Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnten. So sind nur einige wenige Fotos von einer eigentlich überwältigenden Landschaft entstanden. Einzig in Sisteron und in der Nähe von Grasse konnten wir uns bei „gemäßigtem Niederschlag“ die Beine vertreten:

Fix und fertig, nach vielen hundert Kilometern Fahrt durch wirklich ergiebigen Regen,  war unser Ferienhaus in Bormes-les-Mimosas am späten Nachmittag endlich erreicht.
Nach einem sehr herzlichen Empfang durch unsere Ferienhausvermieter musste noch kurz eingekauft und das traditionelle „wir sind im Urlaub angekommen Gericht“ – Spagetti Bolognese – gekocht werden ehe uns die Erschöpfung und der Schlaf übermannte.

Am anderen Morgen war der Schlechtwetter-Spuk verschwunden, quasi nie dagewesen und die Vorfreude auf eine Woche schönes Wetter, südfranzösische Landschaft und südliches Flair wieder zurück.
Diese Geschichte erzählen wir dir im nächsten Teil unseres Reiseberichtes.

0 Kommentare

Hinterlasse mir einen Kommentar ...

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trag dich hier in meinen kostenlosen Newsletter ein