Von Spiegelungen und vom Reflektieren über mein neues Projekt

In den letzten Tagen hatte es mich in der Mittagspause wieder einmal in die Klotze verschlagen. Zusammen mit meiner Fuji X-T2 und meinem manuellen Helios 44-2 Objektiv.

Das Fotografieren mit einer so alten, manuellen Linse bringt mich meistens zum Sinnieren. Über das Vergangene, und ob früher wirklich alles besser war, wie man landläufig hie und da behauptet. Vor allem jedoch über mein kürzlich begonnenes Projekt.

Passend dazu: die Spiegelungen der Bäume in den Wasserpfützen. Es hatte kurz zuvor geregnet. Spiegelungen, Reflections auf englisch. Schön dachte ich: Sinnieren und Reflektieren, das passt doch gut zusammen.

Vom Sinnieren und Reflektieren über mein Projekt Ich bin Deutsch!

Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Es ist nun schon einige Wochen her, seitdem mein Projekt „Ich bin Deutsch!“ gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, online ist. Bisher durfte ich mich mit vier tollen Menschen unterhalten und einige Bilder fotografieren. Drei Projekt-Beiträge sind bereits online. Ein Beitrag wartet noch auf seine Freigabe.

Vier Abende mit vier tollen Menschen, mit völlig unterschiedlichen Wurzeln, Denkweisen und Erfahrungen, deren Lebensgeschichten ich in Teilen hören und auch erzählen durfte. Was für ein Geschenk. Danke dafür!

Eine der Fragen, die ich immer stelle lautet: „Was ist denn für dich typisch Deutsch?“
Die Antworten darauf haben meist Gemeinsamkeiten:

  • Zuverlässigkeit
  • Pünktlichkeit
  • Präzision
  • Beständigkeit
  • Sinnhaftigkeit

Ist das wirklich so?
Schon seit längerer Zeit mögen meiner Meinung nach eher Zweifel angebracht sein, ob diese „Tugenden“ wirklich typisch Deutsch sind.
Dies zu beleuchten wäre sicherlich in einem eigenen Beitrag zu leisten.

Oftmals höre ich in den Gesprächen auch heraus, das wir in Deutschland froh sein könnten, in einem reichen und freien Land zu leben. Ein Land in dem die Meinungsfreiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zu Hause seien. Und, das bei uns viel zu oft, und auf viel zu hohem Niveau gejammert werden würde.

Sicherlich ist es lohnenswert, sich die  Zeit zu nehmen um genauer darüber nachzudenken. Zu sinnieren. Sich, seine Denke und sein Verhalten zu reflektieren.
Vielleicht ist der eigene Standpunkt nach diesem Denken, Sinnieren und Reflektieren ja ein anderer. Zumindest ein klein wenig. Wer weiss das schon. Aber man hofft es. Ich hoffe es.
Veränderung, Neues und Unbekanntes kennenzulernen, sich darauf einzulassen ist nichts Schlimmes, sondern etwas Positves. Das macht etwas mit einem. Man stelle sich nur vor, die ersten Wirbellosen wären seinerzeit ab der Veränderung plötzlich Luft atmen zu können, vor lauter Schrecken wieder zurück ins Wasser gezogen.


Ich bin Deutsch! – Eine erste Retrospektive

Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Nach gut sechs Wochen und dreier veröffentlichten Beiträgen, bin ich mit der Resonanz auf mein Projekt „Ich bin Deutsch!“ echt zufrieden. Und auch wiederum nicht. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu ungeduldig.

Sehr dankbar bin ich Nadine, für ihr Feedback zu meiner Namensfindung:

„Du weißt aber schon, dass man ohne dich und deine Idee hinter dem Projekt zu kennen, den Satz – Ich bin Deutsch! – auch komplett falsch auslegen kann? Vor allem zusammen mit den unterlegten Farben?“

Scheiße aber auch, stimmt! Von diesem Blickwinkel hatte ich den Namen meines Projektes ja gar nicht betrachtet.
Seit dem findet sich unter dem Projektlogo und unter jeder Überschrift der unzweifelhaft aussagekräftige und eindeutige Subtitel:

„Ein Projekt gegen Rassismus und Fremdenhass“.

@Nadine: Danke für dein Feedback!

Danke auch an Michael und Anderen für den Hinweis, das die Kommentarfunktion unter den Projekt-Beiträgen deaktiviert waren. Die Kommentarfunktion ist nun wieder aktiviert und sie darf gerne benutzt werden. Ich hatte die Funktion deaktiviert, da ich keine Lust auf rechte Kommentare hatte. Aber vielleicht muss ich mich mit der Arbeit an meinem Projekt auch mit solchen Kommentaren befassen. Es obliegt ja mir, Kommentare live zu stellen oder als Hirnfurz in die Tonne zu treten.

Menschen zu finden, die sich aktiv an meinem Projekt beteiligen möchten ist echt hart. Ganz ehrlich: Das hatte ich mir zu Beginn einfacher vorgestellt. Daher würde ich mir wünschen, dass mit der Bekanntheit des Projektes der Zuspruch zum Mitmachen anwächst.
Ja, es gehört eine Menge Mut dazu, im Netz persönliche Inhalte, zum Teil unschöne Vorkommnisse aus seinem Leben zu erzählen, seine Meinung zu einem schwierigen Thema zu äußern, diese zu vertreten und sich dabei auch noch fotografieren zu lassen.
Aber: es lohnt, wie ich finde, auf jeden Fall.

Von meiner Seite aus werde ich in den Bemühungen, Menschen, Geschichten und Bilder für mein Projekt zu finden, keinesfalls nachlassen.

„Tue was du kannst, wo du bist, mit dem was du hast.“

(Teddy Roosevelt)

Last but not least: Ehrlicherweise habe ich von meinem Netzwerk an Fotografen, Bloggern und Facebooklesern viel mehr Feedback erwartet, mindestens jedoch ein wenig „Netzwerksupport“.
Von einer echt dicken Verteilerliste (50+) habe ich ganze drei Rückmeldungen bekommen. Bei einer der Rückmeldungen bin ich mir sehr sicher, dass die Idee meines Projektes auf fruchtbaren Boden gefallen ist, bei einer anderen kann ich auf eine aktive Beteiligung hoffen.

Zurück in meinem Kopf bleibt die unbeantwortete Frage nach dem Warum.
Schade …

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