Barbarakapelle in Langensteinbach

Winterpanoramen und Geschichtsstunde – Barbarakapelle in Langensteinbach

Drei Winterpanoramen der Barbarakapelle in Langensteinbach

Selten aber wahr: es gibt es noch, das schöne Winterwetter – knackig kalt, Schnee und blauer Himmel.
Zeit also loszuziehen, um Panoramen in der näheren Umgebung zu fotografieren.
Als Ziel hatte ich mir die Barbarakapelle in Langensteinbach als geschichtsträchtigen Fotospot ausgesucht.

Bitte beachtet die Links zu den interaktiven 360° Panoramen als Textlink unter den jeweiligen Bildern.

Zur Geschichte der Barbarakapelle

Die Barbarakapelle in Langensteinbach liegt auf dem sogenannten „Barbaraberg“ und soll bereits von den Kelten als Quellheiligtum verehrt worden sein. Im elften Jahrhundert wurde dort eine Wohnburg errichtet. Um das Jahr 1340 wurde von den Mönchen des Klosters Bad Herrenalb daraus eine Wallfahrtskirche gegründet; die erste urkundliche Erwähnung dieser Wallfahrtskirche – „Capella Sacra Barbara“ stammt aus dem Jahre 1432.
Mehr als einhundert Jahre diente die Barbarakapelle als Wallfahrtsort, der Platz davor als beliebter Marktplatz. Mit der Zeit der Gegenreformation und des Dreissigjährigen Krieges begann eine Welle der Zerstörung und Ausplünderung, die nach 1700 in einen steten Verfall der Kapelle überging.
Erst zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde mit der Restaurierung der Ruine in mehreren Schritten begonnen. Die letzte Sanierung wurde 2009 vorgenommen.
Heute kann man den Chorflankenturm über eine Spindeltreppe aus Stahlbeton nach oben gehen, und auf der Aussichtsplattform sicherlich einen schönen Ausblick genießen.
(Das Begehen der Spindeltreppe habe ich mir heute verkniffen, da viele Treppenstufen am oberen Ende mit Eis bedeckt waren.)

 

Barbarakapelle in Langensteinbach

Barbarakapelle in Langensteinbach und der Vorplatz.
Hier findet ihr die interaktive 360° Version dieses Winterpanoramabildes.

 

Die Heilige Barbara als historische Gestalt

Die geschichtliche Gestalt der Barbara von Nikomedien historisch nicht eindeutig gesichert. Der Überlieferung war sie eine sehr kluge und hübsche junge Frau aus Kleinasien (Izmir). Oftmals besuchte sie dort eine Gruppe von verfolgten Christen und machte auf diese Weise Bekanntschaft mit dem Evangelium.
Ihr Vater wollte sie von der Außenwelt (und auch den vielen Verehrern) fernhalten und sperrte sie in einen steinernen Turm. In der Abgeschiedenheit ihres Gefängnisses trat Barbara zum Christentum über.
Um sie vom Christentum wieder abzubringen liess ihr eigener Vater sie misshandeln und zeigte sie schlussendlich beim römischen Statthalter an.
Dieser lies Barbara auf die grausamste Art und Weise foltern. Vor der Enthauptung (durch ihren Vater) betete sie zu Gott; ein Engel stieg herab und hüllte sie in ein weißes Gewand.

Barbarakapelle in Langensteinbach

Im ehemaligen Chorraum der Kapelle.

Hier findet ihr die interaktive 360° Version dieses Winterpanoramabildes.

 

Die Volkssage um die Barbarakapelle und die Heilige Barbara

Eine der vielen Sagen erzählt von einer weißen (in Weiß gekleideten) Frau, die noch heute in der Kapelle und in den Wäldern um die Kapelle umher geht. Sie soll bevorzugt junge Frauen ansprechen, mit einem „Psst“ anlocken und von ihnen verschiedene Dinge verlangen um endlich von ihren Qualen erlöst zu werden.
Männer hingegen können die Heilige Barbara weder sehen noch hören.

Barbarakapelle in Langensteinbach

Hier findet ihr die interaktive 360° Version dieses Winterpanoramabildes.
Ich finde, man muss nicht immer in die Ferne schweifen um schöne Orte mit besonderen Geschichten zu finden.
Der Besuch der Barbarakapelle, mein Umhergehen in den angrenzenden Wäldern, als auch die Recherche über die Kapelle und ihre Heilige empfand ich als sehr erfüllend.

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