Zeitraffer-Fotografie mit der Fuji X-T1: Meine ersten Schritte

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Thanks to Tomash from Fujilove.com and of course to Nadine for the translation.

„Eigentlich“ sollten Weichmacher vermieden werden, auch in Blogposts. Manchmal geht das aber nicht: wie in diesem Falle.
Eigentlich Sehr gerne hätte ich diesen Beitrag mit „Mein erster Zeitraffer-Film“ betitelt – was aber definitiv falsch wäre, denn meinen ersten Zeitraffer-Film hatte ich bereits im Juni 2011 angefertigt und online gestellt.
Damals hatte ich noch meine Nikon D70 und Gunther Wegner hatte LR Timelapse (Affiliate Link) für die Zeitraffer-Fotografie noch nicht erfunden.

Warum die lange „Zeitraffer-Pause“?
Um ehrlich zu sein: keine Ahnung. Vielleicht war mir die Panoramafotografie die ganzen Jahre einfach wichtiger. Zudem habe ich in den letzten Jahren mehrere Anläufe genommen, mich von meiner technischen Fotografie zu emanzipieren, und meine Entwicklung in eine mehr künstlerische Richtung zu bewegen. Also Fotos über etwas und nicht von etwas zu machen. Helfen sollte mir dabei zum Beispiel mein #Articulated-Fotoprojekt.
Mit meinem, nun ernsthaft geweckten Interesse an der Zeitraffer-Fotografie, könnte man argumentieren: dieser Versuch sei gescheitert.
Ich denke: lassen wir die Zukunft darüber entscheiden.

Mit diesem Blog-Beitrag möchte ich das Thema Zeitraffer-Fotografie offiziell in mein fotografisches Repertoire aufnehmen.

Zeitraffer-Fotografie mit der Fuji X-T1: Die Grundaustattung

Zuerst möchte ich dir hier einen kurzen Überblick geben, was du generell für deinen Start in die Zeitraffer-Fotografie an fotografischer Hard- und Software alles benötigst.

Zeitraffer-Fotografie

Zeitraffer-Fotografie an der bretonischen Küste bei Kerlouan.

  1. Eine Kamera:
    Grundsätzlich kannst du mit jeder Kamera Zeitrafferaufnahmen aufnehmen. Um jedoch Parameter wie Schärfe, Blende, ISO und Belichtungszeit aktiv steuern zu können, sollte dir deine Kamera die Möglichkeit bieten, diese Parameter manuell einzustellen.
  2. Ein oder mehrere Objektiv(e):
    Erfahrungen, welche Art von Objektiven am Besten für die Zeitraffer-Fotografie geeignet sind, habe ich leider noch nicht. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass Weitwinkelobjektive eher geeignet sind. Sicher werde ich meine Erfahrungen machen, und diese in einem eigenen Blog-Beitrag für dich aufbereiten. Die Bilder und das Zeitraffervideo für diesen Blogpost wurden mit dem Samyang 16mm gemacht, welches mir freundlicherweise von der Firma Hapa-Team zur Verfügung gestellt wurde.
  3. Ein stabiles Stativ und ein stabiler Stativ-Kopf:
    Nichts ist bei Zeitrafferaufnahmen ärgerlicher, als verwackelte oder verschobene Bilder.  Aus meiner Erfahrung mit Langzeitbelichtungen schwöre ich auf Manfrotto-Stative. Diese sind robust, stabil und nehmen einem auch den harten Einsatz am Meer nicht übel. Als Stativkopf kann ich dir den Sirui K-20X Stativkopf  wärmstens empfehlen.
  4. Software zum Bearbeiten deiner Bilder
    Lightroom (oder eine vergleichbare Software) zum Bearbeiten, Zusammenfügen und Ausgeben deiner Bilder als Zeitraffer-Sequenz. iMovie (für MAC), für den Zusammenschnitt mehrerer einzelner Zeitraffer-Sequenzen zu einem Film.

Zeitraffer-Fotografie mit der Fuji X-T1: Die erweiterte Austattung

Zeitraffer-Fotografie

Zeitraffer-Fotografie an der bretonischen Küste bei Kerlouan.

  1. Graufilter:
    Idealerweise sollten Zeitraffer-Filme, Stichwort 180-Grad-Shutter-Regel, eher mit längeren Belichtungszeiten fotografiert werden. Bei Tageslicht sind längere Belichtungszeiten, auch bei geschlossener Blende, oftmals nicht möglich. Auf der anderen Seite besteht bei geschlossener Blende die Gefahr des „Flickerings“. Daher sind längere Belichtungszeiten bei Tageslicht nur mit einem Graufilter zu bewältigen. Basierend auf meinen Erfahrungen aus der Langzeitfotografie kann ich dir die Filter von der Firma LEE wärmstens empfehlen. Ok, LEE Filter sind in der Anschaffung ein wenig teurer. Du erkaufst dir damit aber den Votreil, deine LEE Filter mit Hilfe von Adapterringen an verschiedenen Objektiven, egal von welchem Hersteller, benutzen zu können.
  2. Slider / Dolly:
    Statische Zeitraffer-Filme hast du mit ein wenig Übung in kurzer Zeit „im Griff“. Sicherlich geht es dir dann so wie mir: du möchtest etwas mehr Dynamik, mehr Bewegung in deine Zeitraffer-Filme bringen. Eine Möglichkeit dafür ist der Einsatz eines Sliders / Dolly. Damit kannst du Kamerafahrten und auch kompliziertere Kamerabewegungen realisieren. Ein Slider / Dolly ist jedoch eine Investition, auf die ich auch gerade spare.
  3. Software zum Erzeugen und Schneiden von Zeitraffer-Filmen
    Die Möglichkeiten von Lightroom, Zeitraffer-Filme zu erstellen, sind meiner Meinung nach schnell ausgereizt. Daher empfehle ich dir dafür LRTimelapse von Gunther Wegner. Wenn dir die Funktionen von iMovie nicht mehr ausreichen, dann empfehle ich dir, FinalCut Pro oder Adobe Premiere CC zu testen. Beide Programme kannst du 30 Tage kostenlos testen.

Zeitraffer-Fotografie mit der Fuji X-T1: Die Praxis

Alle Theorie ist grau. Daher habe ich dir hier meinen Zeitraffer-Film, zusammen mit den wichtigsten Eckdaten, über unserem diesjährigen Bretagne-Urlaub eingefügt.

Musik / Sound:

Dieser gut zweiminütige Zeitraffer-Film „Brittany 2017“ besteht aus insgesamt elf Zeitraffer-Sequenzen, die wiederum aus bis zu vierhundert Einzelaufnahmen mit LRTimelapse zusammengeführt wurden. Dabei habe ich mich an folgenden, grundlegenden Workflow gehalten:

  1. Zeitintervall zwischen den Einzelbildern zwischen drei und fünf Sekunden
  2. Import der RAW-Bilder auf meinen iMac
  3. Import der RAW-Bilder in LRTimelapse und durchlaufen des visuellen Workflows
  4. Export der Bilder als Zeitraffer-Sequenz aus LRTimelapse
  5. Schneiden der einzelnen Zeitraffer-Sequenzen zu einem vertonten Film mit iMovie

Wie so oft steckt der Teufel im Detail: So sind die ersten Sequenzen, im Nachhinein betrachtet, mit zu kurzer Belichtungszeit fotografiert. Daher wirken diese Teile ein wenig „hektisch“ oder auch „abgehackt“. Das kommt davon, wenn man denkt „Dinge zu wissen“ oder auf eine „reichhaltige Historie als Fotograf“ zurückgreifen zu können. Also, Asche über mein Haupt, bei den ersten Sequenzen einfach drauflos fotografiert, und erst im Nachgang nachgelesen zu haben, wie es „richtig geht“.

In Summe finde ich meinen ersten ernsthaften Zeitraffer-Film gar nicht so schlecht gelungen. Natürlich besteht noch deutliches Potential zur Weiterentwicklung.
Besonders spannend bei der Zeitraffer-Fotografie finde ich die Nähe zum Filmgenre, verbunden mit ersten Eindrücke und Lernerfahrungen beim Schneiden und Vertonen von Zeitraffer-Sequenzen.

Besonders die Lektüre „Zeitraffer aufnehmen und bearbeiten (Affiliate-Link) von Gunther Wegner hat mir den Einstieg in das Thema Zeitraffer-Fotografie“ einfach gemacht. Zum Erzeugen der Zeitraffer-Sequenzen habe ich LRTimelapse 4 benutzt. Du kannst LRTimelapse hier auf der Seite von Gunther Wegner in einer zum testen kostenlos herunterladen. Nach eingehender Evaluation von LRTimelapse habe ich mir eine „Private License“ gekauft.

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